Übergewicht: Adipositas-Erkrankte werden oft benachteiligt
Düsseldorf. Adipositas ist nicht nur ein gesundheitliches Problem, sondern auch ein gesellschaftliches. Eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk zeigt: Menschen mit starkem Übergewicht erleben massive Benachteiligung im Alltag. 85 Prozent der Befragten berichten von Diskriminierung – ob im Beruf, bei der Wohnungssuche oder im Gesundheitswesen.
Vorurteile gegenüber den Erkrankten – etwa, dass sie mangelnde Disziplin hätten oder an ihrem Übergewicht selbst Schuld seien –verstärken das Problem. Viele Betroffene ziehen sich zurück, was das Risiko für Depressionen und Essstörungen erhöht.
Dabei ist Adipositas längst als chronische Krankheit anerkannt. Laut World Obesity Federation wird der Anteil der Erwachsenen mit Adipositas im kommenden Jahr bei 31 Prozent liegen. Sogar 66 Prozent der Deutschen ab 18 Jahren haben dann einen zu hohen Body-Mass-Index (BMI).
Hinzu kommt, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die Entstehung von Adipositas begünstigen. Die heutige Umwelt ist „adipogen“: Hochkalorische, industriell verarbeitete Lebensmittel sind allgegenwärtig; sich gesund zu ernähren, ist oft zeitaufwendig und teuer. Gleichzeitig ist Bewegung im Alltag immer weniger nötig.