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FordAutobauer hilft Deutschland-Tochter, streicht aber ein Privileg

Der US-Konzern zahlt den Kölner Ford-Werken einen großen Teil ihrer Schulden und hilft, das Geschäft anzukurbeln. Dafür verliert die deutsche Gesellschaft aber eine große Sicherheit. 11.03.2025 - 09:45 Uhr Artikel anhören
Die deutsche Ford-Tochter aus Köln bekommt Milliarden aus den USA. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Köln. Der Autobauer Ford Deutschland bekommt eine kräftige Finanzspritze von seinem Mutterkonzern, verlässt dafür aber eine Art Schutzschirm der Amerikaner. Eine Kapitaleinlage von bis zu 4,4 Milliarden Euro soll dazu führen, dass die Schulden deutlich reduziert werden, wie die Ford-Werke GmbH in Köln mitteilte.

Zuletzt beliefen sich die Schulden von Ford Deutschland auf 5,8 Milliarden Euro. Neben der Finanzspritze zur Schuldentilgung stellt der Mutterkonzern mehrere Hundert Millionen Euro bereit, um das Geschäft in den nächsten vier Jahren anzukurbeln.

Eine sogenannte Patronatserklärung aus dem Jahr 2006, mit welcher der US-Mutterkonzern für die Schulden der deutschen Tochter einstand, verliert damit aber seine Gültigkeit. Dadurch wird Ford Deutschland etwas auf finanzielle Selbstständigkeit getrimmt.

„Die Patronatserklärung war etwas Ungewöhnliches, die keine andere Ford-Tochterfirma hatte“, sagt Ford-Deutschlandchef Marcus Wassenberg. „Der Wegfall der Patronatserklärung ist ein Schritt zurück zur Normalität und keineswegs Ausdruck von mangelndem Ford-Engagement in Europa – ganz im Gegenteil: Die mehreren Hundert Millionen Euro für den neuen Businessplan zeigen, dass die US-Zentrale weiterhin an den Erfolg in Deutschland und Europa glaubt.“

Ford: Neue Elektromodelle erfüllen die Erwartungen bislang nicht

Ford Deutschland ist schon lange in den roten Zahlen, die Produktion des Kleinwagen-Klassikers Fiesta hat der Autobauer 2023 eingestellt. Mit einer Investition von knapp zwei Milliarden Euro wurde das Kölner Werk auf Elektrokurs gebracht, der Verkauf von zwei neuen Elektromodellen blieb bislang hinter den Erwartungen zurück.

Der US-Autobauer Ford will sein Geschäft in Deutschland mit einer Finanzspritze von bis zu 4,4 Milliarden Euro wieder auf Kurs bringen. Zugleich soll jedoch eine Patronatserklärung erlöschen, die den Mutterkonzern zur Verlustübernahme verpflichtet.

Ende 2024 verkündete das Management ein Sparprogramm mit dem Abbau von 2900 Stellen am Standort Köln binnen drei Jahren. In Deutschland hat Ford noch rund 16.000 Beschäftigte, die meisten davon in Köln.

Ford-Vizechef John Lawler sagt, dass die Konzernmutter ihre deutsche Tochtergesellschaft bei der Transformation des Geschäfts fördere und die Wettbewerbsfähigkeit mit einer neuen Produktpalette stärke. „Um langfristig in Europa erfolgreich zu sein, müssen wir auch weiterhin unsere Strukturen vereinfachen, Kosten senken und die Effizienz steigern.“

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Erstpublikation: 10.03.2025, 10:50 Uhr.

dpa
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