Immobilien: Abwärme, Geothermie, Wärmepumpe – So gelingt die Wärmewende
Berlin, Bremen. Baukräne drehen sich, Bagger wirbeln Staub auf, Menschen mit Bauhelmen und Warnwesten rufen sich Kommandos zu – das Stadtviertel „Überseeinsel“, gelegen keine drei Kilometer nordwestlich des Bremer Rathauses direkt am Weserufer, nimmt Gestalt an.
Hier sollen insgesamt 1500 Wohnungen entstehen, ein Drittel davon Sozialwohnungen. Hinzu kommen Büros, Handel und Gastronomie. Auch ein Hotel und eine Schule gehören dazu. Alte Lagergebäude und Werkshallen werden grundlegend saniert und umgestaltet, ein Teil wird neu errichtet.
Bis 2028 soll das Projekt abgeschlossen sein. Schon vor wenigen Tagen wurde die Anlage zur Wärme- und Kälteversorgung in Betrieb genommen – ohne fossile Energien. Der Strom stammt aus erneuerbaren Quellen und innovativen Speicherlösungen.
Das Beispiel zeigt: In Deutschland tut sich was, endlich. Quer durchs Land versuchen private Hauseigentümer, Unternehmen und Kommunen voranzukommen. Milliarden werden investiert, neue Technologien ausprobiert.
Die Zeit drängt: Bis 2045 soll ganz Deutschland klimaneutral sein – auch im Gebäudesektor. Doch ausgerechnet dort, wo ein Drittel der Emissionen entsteht, geht der Wandel besonders schleppend voran. Neben dem Verkehrssektor ist es der Bereich, in dem die Klimaschutzziele konsequent verfehlt werden. Sanierungen laufen zu langsam, Wärmepumpen bleiben teuer – und viele Eigentümer sind überfordert.
Gleichzeitig entstehen quer durchs Land ambitionierte Modellprojekte: Sie zeigen, wie ganze Quartiere mit Geothermie, Abwärme oder Flusswärme versorgt werden können – und was jetzt passieren müsste, damit aus Pilotprojekten ein echter Durchbruch wird.