
Wochenend-Newsletter: Dieser eine Trick von Unternehmen wird für Sie teuer – das Handelsblatt-Wochenende
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir fahren seit einiger Zeit ein Auto von Volkswagen. An Bord hat dieses – wir hatten da nicht viel Mitsprachemöglichkeiten, es war nicht ganz neu beim Kauf – eines der neueren Radio- und Navigationssysteme. Tolle Sache, fanden wir – alles geht über ein Gerät, die Routenführung verspricht dynamisch zu sein. Bis wir herausfanden: Das meiste davon gilt nur, wenn wir pro Jahr eine Abo-Gebühr zahlen.
Verweigern wir diese Zahlung, ist die Navigation in dem Gerät ähnlich hilfreich wie eine Straßenkarte. Nun bin ich die letzten Anschaffungen und Beinah-Anschaffungen noch mal durchgegangen und habe festgestellt: Das ist gar kein Ärgernis, das sich nur VW für mich ausgedacht hätte. Es ist die Ausweitung der von Netflix bekannten Abonnement-Strategie auf das Reich der materiellen Produkte: Man verkauft ein Produkt, hier das Radio, noch relativ günstig – die wirklich anfallenden Kosten holt sich das Unternehmen dann über regelmäßig anfallende Gebühren herein. Die begründen es gerne mit einem „Zusatznutzen“, ohne den freilich das ganze Gerät sinnlos wäre.
So ging es mir auch beim Oura-Ring, beim Thermomix und selbst bei unsrem neuen Drucker. Der wollte ein Abo mit mir abschließen, um nicht wie 1999 per Kabelsteuerung zu arbeiten. Ich war mir sicher, das Prinzip wird die Leute so sehr nerven, dass es sich von selbst erledigt.
Beim Blick auf die Politik allerdings kam mir ein ganz anderer Gedanke: Das Prinzip ist gerade erst richtig im Kommen. Es greift schon von der Wirtschaft auf die Politik über. Denken Sie doch nur an Friedrich Merz und Carsten Linnemann. Arbeitet das Produkt Kanzler Merz nicht nach dem gleichen Prinzip? Man wählt einen Kanzler, der ein besseres und effizienteres Leben verspricht. Hat man das Abo per Wahlentscheid abgeschlossen, ploppen auf einmal die Folgekosten auf, damit das Produkt in Betrieb geht: Mütterrente, Agrarsubventionen, Rekordschulden. Alles Dinge, die man künftig in monatlichen Raten wird abstottern müssen.
Ich glaube, Carsten Linnemann sieht das ähnlich. Er hat im letzten Moment davon abgesehen, als Minister den Kanzler Merz für seinen Arbeitsalltag im Dauer-Abo zu buchen. Für all die, deren Entscheidung nicht mehr revidierbar ist, hält die Parallele zur Wirtschaftswelt auch einen Trost parat: Mein VW-Abo kann ich nach zwei Jahren kündigen, danach funktioniert das System hervorragend über die iPhone-Schnittstelle. Beim Kanzler-Abo ist die Mindestlaufzeit halt zwei Jahre länger. Aber das Prinzip ist das gleiche.
Ich hoffe, dass Sie über die Mindestlaufzeit Ihres Handelsblatt-Abos nach Lektüre unserer Leseempfehlungen nicht nachdenken – und wünsche Ihnen schöne Ostern.
Ihr
Sven Prange
Ressortleiter Wochenende

Der Braindrain und die Sache mit Besoldungsstufe W3
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„Wir sollten über ein Grundeinkommen reden“
Ebenfalls entsetzt ist der in New York lebende deutsche Risikokapitalgeber Albert Wenger. Er sieht in Trump das Symptom einer Demokratiekrise, die auch Deutschland erreichen könnte. Seine Empfehlung: Wir sollten unser Verhältnis zu Kapitalismus und Demokratie neu überdenken. Warum ausgerechnet ein erfolgreicher Marktteilnehmer so denkt, hat Wenger Peter Brors und mir erzählt.
„Je kompetenter Sie sind, desto konzentrierter sollte Ihr Depot sein“
Ich bin großer Fan der Interviews, die mein Kollege Benjamin Ansari über die Psychologie des Geldanlegens führt. Auf dieses hier habe ich mich besonders gefreut: Benjamin hat den Schweizer Erfolgsautor und Berater Rolf Dobelli mehrmals getroffen und mit ihm nicht nur darüber gesprochen, wie er durch diese wilden Zeiten kommt – sondern auch, wie er sein Geld anlegt. Am meisten blieb mir hängen: „Wer diversifiziert, gibt zu, dass er nichts weiß.“

Der Schmerz der Leistungsträger
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Sport ist gesund, heißt es. Unser Kolumnist Thorsten Firlus verdankt dem Laufsport die meisten Verletzungen seines Lebens. Doch nicht jeder Schmerz ist ein Problem, nicht jedes Problem gleich schmerzhaft. Was tun, wenn es zwickt?
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