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PharmaindustrieFührungswechsel bei Boehringer Ingelheim

Pharmachef Shashank Deshpande übernimmt als familienfremder Manager den Vorsitz der Geschäftsführung. Der langjährige Chef Hubertus von Baumbach wechselt in den Gesellschafterausschuss.Maike Telgheder 17.04.2025 - 16:46 Uhr Artikel anhören
Hubertus von Baumbach (l.), Shashank Deshpande: Der bisherige Humanmedizinchef führt künftig das Familienunternehmen. Foto: Ulrich Baumgarten/Getty Images / Boehringer Ingelheim M

Frankfurt. Hubertus von Baumbach, 57, langjähriger Firmenchef und Urenkel des Gründers, wechselt zum 1. Juli an die Spitze des Gesellschafterausschusses bei Boehringer Ingelheim. Für ihn übernimmt erstmals seit neun Jahren wieder ein familienfremder Manager die operative Führung: Shashank Deshpande, 52, ist in der Unternehmensleitung bislang verantwortlich für den Bereich Humanpharma (Arzneimittel für Menschen) und übernimmt den Vorsitz der Unternehmensleitung ab 1. Juli zusätzlich zu seiner aktuellen Funktion.

Der Führungswechsel war von der Inhaberfamilie seit Längerem vorbereitet worden: Hubertus von Baumbach löst seinen Cousin Christian Boehringer, 60, ab, der sich nach mehr als 18 Jahren entschieden hat, sein Amt als Vorsitzender des Gesellschafterausschusses niederzulegen. Er bleibt aber weiterhin Mitglied des Gremiums.

Von Baumbach und Boehringer haben das Familienunternehmen, das 1885 in Ingelheim am Rhein gegründet wurde, in den vergangenen Jahren in die Liga der 20 größten Pharmaunternehmen der Welt geführt. Mit dem Geschäftsjahr 2023 hat Boehringer Ingelheim auch den Dax-Konzern Bayer als größtes deutsches Pharmaunternehmen abgelöst. Von Baumbachs Neuausrichtung des Unternehmens seit 2016 und sein Bekenntnis zu Forschung und Stärkung der Innovationskraft haben das Unternehmen maßgeblich gestärkt.

Einst als Chemieunternehmen gegründet, stellt Boehringer Ingelheim inzwischen ausschließlich Arzneimittel für Menschen und Tiere her. Die Sparte Humanpharma trug im zurückliegenden Geschäftsjahr allerdings mehr als 80 Prozent zum Umsatz von 26,8 Milliarden Euro bei.

Wichtigstes Medikament von Boehringer ist das Diabetes-Mittel Jardiance. Dessen Umsatz wuchs im vergangenen Jahr um 14,8 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Das Mittel wurde in den vergangenen Jahren in immer mehr Indikationen wie Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen zugelassen. Gerade die Zulassung im Bereich chronische Nierenerkrankungen dürfte dem Mittel in den nächsten Jahren weitere Hunderttausende Patienten bringen, zeigte sich Hubertus von Baumbach unlängst bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens zuversichtlich.

Mehr Geld für Forschung und Innovation

Shashank Deshpande, seit 2012 bei Boehringer Ingelheim, kennt Jardiance gut. Er hat das Medikament in den vergangenen Jahren im für Boehringer Ingelheim drittwichtigsten Markt Japan erfolgreich vermarktet. 2020 stieg er dort zum Leiter der Pharmasparte auf und 2022 schließlich zum geschäftsführenden Direktor des Landes.

2024 wechselte Deshpande, der im hessischen Heppenheim geboren wurde, zurück nach Ingelheim in die Boehringer Zentrale. Der Diplomkaufmann war dort in der Unternehmensleitung ein paar Monate für die Tiermedizinsparte verantwortlich, bevor er im Oktober 2024 an die Spitze der Humanpharmasparte wechselte.

Der Manager mit indischen Wurzeln hat nun die Aufgabe, Boehringers ehrgeizige Forschungspläne voranzutreiben, die von Baumbach in den zurückliegenden Jahren angestoßen hat.

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Seit Jahren investiert das Unternehmen massiv in die Erforschung neuer Medikamente. 2024 wurde allein im Bereich Humanmedizin ein Rekordbetrag von 5,7 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung gesteckt – nach 5,2 Milliarden im Vorjahr. Insgesamt summieren sich die Forschungsinvestitionen im Bereich Humanpharma in den vergangenen fünf Jahren auf 25 Milliarden Euro.

Diese Strategie zahlt sich offenbar aus: Die Forschungspipeline umfasst nach Angaben von Boehringer mehr als zehn neue klinische Studien der fortgeschrittenen Phasen zwei und drei, die in den kommenden zwölf bis 18 Monaten starten und in den nächsten fünf Jahren zu einer Reihe wichtiger Markteinführungen beitragen sollen.

Dazu gehören neue Medikamente gegen eine Vernarbung der Lunge (Fibrose), gegen Krebs sowie auch ein Mittel gegen krankhaftes Übergewicht (Adipositas), das auch Lebererkrankungen behandeln soll.

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Deshpande, der nach Stationen bei Cap Gemini und dem Pharmakonzern Sanofi zu Boehringer Ingelheim kam, soll das Unternehmen in eine neue Wachstumsphase führen. Hubertus von Baumbach traut ihm das angesichts seiner langjährigen Branchenerfahrung zu: „In den vielen Jahren, in denen ich mit Shashank zusammengearbeitet habe, habe ich seine Führungsstärke, seine Werte und sein Engagement für die Patienten gesehen und schätzen gelernt“, sagte der noch amtierende Boehringer-Chef über seinen Nachfolger.

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