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HandelskriegWeißes Haus attackiert Amazon wegen Bericht zu Zollkosten

Ein Bericht, laut dem der Konzern Preissteigerungen durch Zölle transparent machen will, sorgt für Wirbel. Amazon reagiert mit einem Dementi – und Trump telefoniert offenbar mit Jeff Bezos.Felix Stippler 29.04.2025 - 17:47 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, zeigt ein Bild von Amazon-Gründer Jeff Bezos: Sie wirft dem Konzern einen „feindseligen und politischen“ Schritt vor. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Düsseldorf. Das Weiße Haus greift den US-Konzern Amazon hart an. Auslöser war ein Bericht, laut dem das Unternehmen künftig zeigen wolle, wie viel mehr Verbraucher wegen der von den USA erhobenen Zölle bezahlen müssen.

„Das ist ein feindseliger und politischer Schritt von Amazon“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Dienstag vor Journalisten.„Warum hat Amazon das nicht getan, als die Biden-Regierung die Inflation auf das höchste Niveau seit 40 Jahren gehoben hat?“

Die US-Plattform „Punchbowl News“ hatte zuvor berichtet, dass Amazon bald damit beginnen werde, die Zollkosten für Kunden transparent zu machen. So sei geplant, dass neben den angezeigten Preisen auch die durch die Zölle verursachten Aufschläge zu sehen sind.

Der Vorwurf wurde kurz darauf von Amazon dementiert. Die Abteilung Amazon Haul für besonders günstige Produkte habe zwar mit dem Gedanken gespielt, teilte das Unternehmen mit. Für die Hauptwebseite des Online-Einzelhändlers habe es jedoch nie solche Überlegungen gegeben. Das sei auch nirgendwo bei Amazon umgesetzt worden. Der Onlinehändler bezieht viele Produkte aus China, das Trump mit Zöllen von 145 Prozent belegt hatte.

Trump hatte Medienberichten zufolge Jeff Bezos angerufen und sich demnach wieder versöhnlich geäußert. „Jeff Bezos war sehr nett. Er war großartig. Er hat das Problem sehr schnell gelöst. Er hat das Richtige getan, und er ist ein guter Kerl“, sagte Trump vor seinem Abflug nach Michigan.

Vorfall sorgte bei Anlegern für Verunsicherung

Ein Journalist hatte Leavitt und US-Finanzminister Scott Bessent am Dienstag auf einer Pressekonferenz nach dem Schritt gefragt. Er wollte wissen, ob Amazons Vorgehen zeige, dass die US-Bürger die Kosten für die Zölle tragen müssen und nicht China. Leavitt erklärte, sie habe noch kurz vor der Konferenz mit Präsident Donald Trump über Amazons mutmaßliche Plänen gesprochen.

Die Reaktion des Weißen Hauses sorgte bei Anlegern für Verunsicherung. Die Amazon-Aktie fiel kurz nach Handelsbeginn an der Wall Street um rund 1,5 Prozent, grenzte ihre Verluste jedoch später ein. Das Unternehmen legt am Donnerstag seine Quartalszahlen vor.

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Bezos hat seit Trumps Wahlsieg regelmäßig die Nähe des US-Präsidenten gesucht. Noch im Dezember zeigte sich Bezos in einem Interview mit der New York Times sehr optimistisch angesichts Trumps zweiter Amtszeit. Er glaube, dass Trump dieses Mal selbstbewusster und ausgeglichener sei, sagte Bezos damals. Im Januar war er gemeinsam mit anderen Milliardären zu Gast bei Trumps Amtseinführung, für die Amazon eine Million US-Dollar gespendet hatte.

Bei der US-Zeitung „Washington Post“, die ihm gehört, hat Bezos ebenfalls Einfluss genommen. Noch vor der Wahl stoppte er eine bereits geschriebene Wahlempfehlung für die demokratische Kandidatin Kamala Harris.

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