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CovestroKunststoffkonzern kürzt Ausblick nach Ergebniseinbruch

Eine geschlossene Anlage, geopolitische Unsicherheiten und Probleme in der Industrie belasten Covestro. Der operative Gewinn des Unternehmens fiel im ersten Quartal um 50 Prozent. 06.05.2025 - 10:45 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Covestro-Labor: Das Unternehmen rechnet nun mit einem operativen Gewinn von 1,0 bis 1,4 Milliarden Euro. Foto: Covestro

Frankfurt. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld trübt die Aussichten bei Covestro. Der Kunststoffkonzern erwartet nun für dieses Jahr einen operativen Gewinn (Ebitda) von 1,0 bis 1,4 Milliarden Euro – zuvor lag die Spanne bei 1,0 bis 1,6 (Vorjahr: 1,1) Milliarden Euro.

Die Anpassung spiegele die Einschätzung wider, dass eine starke wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr nicht mehr zu erwarten sei, sagte Finanzchef Christian Baier am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Dies sei die Prämisse für die bisherige Prognose gewesen. „Wir sehen relevante geopolitische Unsicherheiten, und auch die handelspolitischen Spannungen tragen ihren Teil dazu bei.“

Im ersten Quartal brach der operative Gewinn des vor der Übernahme durch den arabischen Ölriesen Adnoc stehenden Leverkusener Unternehmens um 50 Prozent auf 137 Millionen Euro ein. Analysten hatten im Schnitt sogar nur 125 Millionen Euro erwartet.

Covestro-Chef Steilemann sieht zunehmenden Druck durch geopolitische Unsicherheiten

Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch einmalige Kosten von 88 Millionen Euro für die Schließung einer gemeinsamen Anlage mit dem Chemiekonzern LyondellBasell zur Herstellung der chemischen Vorprodukte Propylenoxid/Styrol Monomer am Standort Maasvlakte in Rotterdam.

Gegenwind kam zudem von niedrigeren Verkaufspreisen und hohen Rohstoffkosten. Der Umsatz lag mit 3,48 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau. Unter dem Strich weitete sich der Verlust auf 160 Millionen Euro aus nach einem Minus von 35 Millionen im Vorjahresquartal.

Vorstandschef Markus Steilemann verwies auf zunehmenden Druck durch geopolitische Unsicherheiten und die Zollpolitik der US-Regierung. Mit seiner Strategie, „in den Regionen für die Regionen“ zu produzieren, sei Covestro aber gut aufgestellt.

In den USA habe das Unternehmen zuletzt mehr produziert als dort verkauft, betonte Baier. So habe der Konzern bei Umsätzen von 3,1 Milliarden Euro vor Ort Waren für 3,8 Milliarden hergestellt.

Neue Investitionen, etwa in eine Anlage in Hebron im US-Bundesstaat Ohio, sollen die Lieferkette zusätzlich absichern. Das diesjährige Investitionsbudget liegt bei 700 bis 800 Millionen Euro, davon 200 bis 300 Millionen Euro für Wachstum, wie Baier sagte.

Covestro-Chef Markus Steilemann verwies auf anhaltenden Ergebnisdruck durch geopolitische Unsicherheiten und die Zollpolitik der US-Regierung. Foto: imago images/Rainer Unkel
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Parallel laufen die Vorbereitungen für die geplante Übernahme durch Adnoc weiter. Der Deal, bei dem Adnoc inklusive Schulden bis zu 16 Milliarden Euro für Covestro zahlen will, soll wie geplant in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden.

Drei wichtige regulatorische Genehmigungen stünden noch aus – darunter jene des US-Ausschusses für Auslandsinvestitionen (CFIUS). In allen Verfahren gebe es gute Fortschritte, sagte Baier.

rtr
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