Kommentar: Die Gewinne von VW, BMW und Mercedes zerbröseln

Der Jahresauftakt verlief für die drei großen deutschen Automobilhersteller bescheiden. In den Monaten Januar, Februar und März brach der Gewinn von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz trotz relativ stabiler Absatz- und Umsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37 Prozent von 9,7 auf 6,1 Milliarden Euro ein.
Die Aussichten sind noch düsterer. Den Konzernen droht ein stetiger Margenverfall. Ihr exportorientiertes Geschäftsmodell gerät ins Wanken.
Vor allem der weltgrößte Neuwagenmarkt in China bereitet große Probleme. Früher erwirtschafteten die heimischen Premiumhersteller die Hälfte ihrer Deckungsbeiträge mit Kunden aus der Volksrepublik. Das ist vorbei.
Im ersten Quartal konnten die Konzernmarken Volkswagen, BMW und Mercedes zusammen nicht einmal mehr eine Million Fahrzeuge in China ausliefern. Monat für Monat sinken die Verkaufszahlen. Besonders dramatisch ist der Rückstand bei den Elektroautos. Hier lag der Marktanteil der Deutschen im ersten Quartal 2025 unter drei Prozent. Das ist nahe an der Bedeutungslosigkeit.
In Fernost sind voll vernetzte Computer auf Rädern zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis gefragt. Da haben die Deutschen nichts zu bieten. Schlimmer noch: Auch Luxuslimousinen mit Verbrennungsmotor wie die Mercedes S-Klasse, der BMW 7er oder der Audi A8 finden in China immer weniger Käufer.
Deutschland verliert seine Lebensversicherung
Geht es so weiter, verlieren nicht nur die Konzerne, sondern verliert auch die Autonation Deutschland ihre bisherige Lebensversicherung. Denn allenfalls bei Nischenmodellen mit Preisschildern jenseits von 100.000 Euro lassen sich künftig noch Arbeitskosten von 3300 Dollar pro Fahrzeug in deutschen Autofabriken rechtfertigen, gegenüber durchschnittlich 600 Dollar in chinesischen Werken.
Erschwerend kommt hinzu, dass die USA wegen der hohen Importzölle von 25 Prozent zumindest vorübergehend als Ersatzmarkt für deutsche Luxuskarossen ausfallen. Die Antwort der Dax-Konzerne auf alle Handelsprobleme lautet bislang: noch mehr „local for local“ produzieren.
Das mag in Amerika einigermaßen funktionieren. In China hingegen ist nichts sicher. Sollte sich abzeichnen, dass auch die gerade angelaufene neue Modellgeneration in Fernost floppt, sollten die deutschen Autobauer jedenfalls auf alles vorbereitet sein – von der Übernahme bis zum kontrollierten Ausstieg.
Noch können die Deutschen aus einer Position der Stärke agieren. Die Kassen sind voll. Die Nettoliquidität von VW, BMW und Mercedes im Automobilgeschäft beläuft sich auf 112 Milliarden Euro.