Geheimer Diamantendeal: Warum De Beers nun Rabatte auf Rohdiamanten geben muss
Düsseldorf. Die Diamantenbranche steht unter Druck: Rohstoffriese De Beers soll ausgewählten Händlern Rohdiamanten zu stark reduzierten Preisen verkauft haben, berichtet die Finanznachrichtenagentur Reuters.
Selbst der Marktführer scheint offenbar gezwungen zu sein, seine Lagerbestände zu reduzieren. De Beers veranstaltet in Botswana in der Regel zehn Verkäufe pro Jahr für seine rund 70 registrierten Käufer. Preise sind dabei normalerweise nicht verhandelbar.
Allein in den vergangenen Monaten hatte De Beers aber Rohdiamanten im Wert von Hunderten von Millionen Dollar im Rahmen von Nebengeschäften an wenige Händler abgegeben, berichten nicht namentlich genannte Käufer. Das Unternehmen habe die Steine mit einem Preisnachlass von 10 bis 20 Prozent auf die festgesetzten Preise verkauft, sagten die Personen.
Eigentümer Anglo American hatte De Beers zuletzt gedrängt, den Absatz zu steigern – ohne dabei erneut die Weltmarktpreise für Rohdiamanten unter Druck zu setzen. Der Diamantenpreis war wegen des Booms synthetischer Diamanten und einer langanhaltenden Nachfragekrise in den vergangenen Jahren stark gesunken. Zuletzt hatte er sich wieder stabilisiert.