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ReiseveranstalterGroßteil der FTI-Kunden aus Reisesicherungsfonds entschädigt

Der Deutsche Reisesicherungsfonds wurde nach der Insolvenz von Thomas Cook 2021 eröffnet. Die Insolvenz von FTI wurde zur Bewährungsprobe. Der Chef des Fonds zieht ein positives Fazit. 27.05.2025 - 16:41 Uhr Artikel anhören
FTI musste vergangenes Jahr Insolvenzantrag stellen. Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa-tmn

München. Der vor vier Jahren eingerichtete Deutsche Reisesicherungsfonds zur Entschädigung von Pauschaltouristen hat seine Bewährungsprobe bei der Pleite von FTI nach eigener Einschätzung bestanden. Der DRSF habe knapp ein Jahr nach der Insolvenz des Münchner Reiseveranstalters mehr als 172.000 Erstattungsanträge bearbeitet und rund 245 Millionen Euro ausgezahlt, zog der Fonds am Dienstag eine erste Bilanz.

Rund 80 Prozent der FTI-Kunden hätten ihr Geld schon im vergangenen Jahr erhalten. 6000 Anträge – die meisten davon besonders komplex oder ungewöhnlich – würden immer noch geprüft, 34.000 angeschriebene FTI-Kunden hätten sich nicht gemeldet.

Der DRSF, der nach der Insolvenz von Thomas Cook 2021 ins Leben gerufen worden war, springt ein, wenn ein Pauschalreise-Veranstalter pleite geht. Größere Veranstalter müssen sich über den Fonds absichern.

„Heute können wir sagen, dass sich das System auch bei dieser großen Insolvenz bewährt hat und gleichzeitig wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen für die Weiterentwicklung gesammelt werden konnten“, sagte Ali Arnaout, einer der beiden Geschäftsführer des DRSF. 60.000 Touristen waren nach der Insolvenz in ihren Urlaubsgebieten gestrandet. Die allermeisten hätten ihren Urlaub fortsetzen können, erklärte der Fonds.

FTI-Insolvenzverwalter Axel Bierbach sagte am Dienstag, für den Veranstalter sei es – vor allem außerhalb Deutschlands – oft schwierig gewesen, überhaupt an die Kontakt- und Kontodaten der Reisenden zu kommen. Agenturen und Reisebüros hätten die Herausgabe teilweise verweigert.

In anderen Fällen sei unklar gewesen, ob die Kunden Anzahlungen an das Reisebüro geleistet hätten oder nicht. Bei „modularen Buchungen“, die nur teilweise als Pauschalreise gälten, sei zudem unklar, ob und inwieweit das Sicherungssystem einspringen müsse.

Wer nicht über den DRSF entschädigt wird, kann sein Geld nur im Zuge des Insolvenzverfahrens zurückfordern. Bierbach sagte, insgesamt hätten mehr als 73.000 Gläubiger Forderungen von 980 Millionen Euro angemeldet. Der Verkauf werthaltiger Firmenteile werde geschätzt zwischen 30 und 100 Millionen Euro bringen, so dass nur ein Bruchteil der Forderungen befriedigt werden könne.

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Immerhin reichten die Erlöse inzwischen zur Finanzierung des Insolvenzverfahrens aus. Die Prüfung der Forderungen werde sich noch über mehrere Jahre hinziehen.

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FTI-Insolvenzverwalter Bierbach zog dennoch eine positive Zwischenbilanz. Von den ehemals 54 Hotels seien fünf eigene in Italien, der Türkei, in Griechenland und auf Malta sowie zwei gepachtete auf Malta bereits verkauft. Die übrigen gepachteten Hotels in Spanien und der Türkei sollen – bis auf eines – noch in diesem Jahr verkauft sein.

Die Arbeitsplätze von rund 3500 Mitarbeitern dort seien gesichert. Die meisten der 800 Betreuer von FTI in den Urlaubsgebieten seien von anderen Veranstaltern übernommen worden. In der Zentrale in München arbeiten noch 40 Personen an der Abwicklung des Konzerns.

rtr
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