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KommentarWie die Sparkassen mit den Neobrokern mithalten können

Die Sparkassen wollen den Wertpapierhandel per App bequemer machen. Doch moderne Technik reicht nicht, um im Wettbewerb mit Trade Republic oder Scalable Capital zu bestehen.Elisabeth Atzler 02.06.2025 - 04:09 Uhr
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Sparkasse: Die Sparkassen wollen den Wertpapierhandel per App einfacher machen. Über den Preis entscheidet jede der 340 Sparkassen selbst. Foto: SZ Photo

Die Sparkassen wollen ihre Banking-App aufwerten. Künftig soll der Handel mit Fonds und Aktien direkt über die App „Sparkasse“ möglich sein. Das Angebot soll auch relativ günstig sein.

Der Schritt ist richtig, allerdings auch längst überfällig. Wie gut er funktioniert, hängt nun vor allem von einem Faktor ab: dem Preis. Wie günstig werden die Sparkassen genau?

Mit dem Wertpapierboom der vergangenen Jahre konnten die Sparkassen – wie viele andere Banken auch – bisher nicht mithalten. Zwar führen auch sie immer mehr Wertpapierdepots und die Zahl der Fondssparpläne ist stark gestiegen, doch ihr Marktanteil ist trotzdem geschrumpft.

Gerade junge Menschen zieht es zu Neobrokern wie Trade Republic und Scalable Capital. Allein Trade Republic zählt mehr als fünf Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland. Das Durchschnittsalter der Nutzer liegt bei Anfang 30.

Der Handel über Trade Republic und Scalable ist weit billiger als die Angebote etablierter Banken. Pro Order fällt bei Trade Republic eine Pauschale von einem Euro an, bei Scalable Capital sind es 0,99 Euro. Eine jährliche Verwahrgebühr für das Depot gibt es nicht.

Auf Fehler der anderen zu hoffen, reicht nicht

Selbstverständlich sind Bequemlichkeit, gute Übersicht und Stabilität beim Wertpapierhandel wichtig. Für Sparkassen reicht es jedoch nicht aus, auf ihre bekannte Marke zu setzen und auf Fehler der Konkurrenz zu hoffen.

Anfang April, als US-Präsident Trump hohe Zölle angekündigt hatte, kam es zu Marktturbulenzen. In dieser Zeit beschwerten sich zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer über Probleme mit der Trade-Republic-App. Allerdings gab es auch bei anderen Banken Schwierigkeiten.

Auch die Tatsache, dass Neobroker ihr Geschäftsmodell bald ändern müssen, sollte traditionelle Banken keineswegs beruhigen. Trade Republic erzielt etwa ein Drittel seiner Erträge noch über Rückvergütungen, die der Broker von Handelspartnern für die Weiterleitung von Kundenorders erhält. Diese Geschäftspraxis will die EU jedoch bis spätestens Sommer 2026 verbieten.

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Selbst wenn die Neobroker teurer werden, ist die Preissetzung für Banken und Sparkassen ein Balanceakt – zumal jede der rund 340 Sparkassen separat darüber entscheidet. So günstig wie Trade Republic und Scalable können sie kaum werden.

Doch billiger als bisher muss es vielfach werden. An die zehn Euro Orderkosten, womöglich noch jährliche Verwahrgebühren und Kosten für die Sparplanausführung – das ist für Kundinnen und Kunden, die ihr Wertpapierdepot selbst verwalten, viel zu viel.

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