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KIRekordfinanzierung für ein Start-up, dessen Produkt kaum jemand kennt

Thinking Machines Lab sammelt fast zwei Milliarden Dollar ein. Es ist ein Investment in den Namen, denn Gründerin Mira Murati gehört zu den profiliertesten Persönlichkeiten der KI-Szene.Luisa Bomke 24.06.2025 - 13:16 Uhr Artikel anhören
Mira Murati: Milliarden für ihr Start-up, über das nur wenig bekannt ist. Foto: Getty Images Entertainment/Getty Images

Düsseldorf. Das Start-up Thinking Machines Lab hat in einer Finanzierungsrunde etwa zwei Milliarden US-Dollar eingesammelt. Die Bewertung des KI-Unternehmens liegt damit bei zehn Milliarden Dollar. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Gegründet wurde Thinking Machines Lab erst am 18. Februar dieses Jahres von Mira Murati. Sie war zuvor Technikchefin bei ChatGPT-Entwickler OpenAI.

Angeführt wurde die Finanzierungsrunde demnach vom US-Wagniskapitalgeber Andreessen Horowitz. Beteiligt waren außerdem Accel, Conviction Partners und weitere Investoren. Die Geldgeber äußerten sich offiziell nicht zur Finanzierung. Eine Sprecherin von Thinking Machines lehnte eine Stellungnahme ab.

Gemessen an Silicon-Valley-Standards ist das Volumen der Runde spektakulär – besonders für eine sogenannte Seed-Finanzierung, also eine sehr frühe Investitionsphase. Die Summe übersteigt, was viele Start-ups insgesamt erhalten. Dabei ist weitgehend unklar, worin die Arbeit von Thinking Machines Lab besteht.

Investoren setzen Milliarden auf Namen – nicht auf das Produkt

In einem Blogeintrag im Februar kündigte das Unternehmen an, Künstliche Intelligenz zu entwickeln, die besser mit Menschen zusammenarbeitet. Die Systeme sollen sich nicht nur auf mathematische und programmiertechnische Aufgaben spezialisieren, sondern an Werten und Bedürfnissen ihrer Nutzer ausgerichtet sein.

Mira Murati

Frühere OpenAI-Technikchefin fordert Sam Altman mit eigener Firma heraus

Öffentlich sichtbare Fortschritte gibt es bislang kaum: Auf der Unternehmenswebsite und im X-Profil finden sich lediglich einige wenige Einträge zur Vision der Firma sowie eine Veranstaltungsankündigung.

Ähnlich wie bei Safe Super Intelligence, dem neuen Start-up des ehemaligen OpenAI-Chefwissenschaftlers Ilya Sutskever, basiert die hohe Bewertung vor allem auf den beteiligten Köpfen und weniger auf konkreten Produkten oder Umsätzen. Safe Super Intelligence wird bereits mit mehr als 30 Milliarden Dollar bewertet.

Einige potenzielle Investorinnen und Investoren haben ein Engagement laut „Financial Times“ jedoch aus diesem Grund abgelehnt – zu vage sei das Geschäftsmodell von Thinking Machines Lab. Zudem soll Murati sich durch die Finanzierungsstruktur mehr Stimmrechte gesichert haben als alle übrigen Mitglieder des Boards zusammen. Sie hätte damit bei allen zentralen Entscheidungen das letzte Wort.

Murati hat zahlreiche OpenAI-Mitarbeiter zu Thinking Machines mitgenommen

Murati war von 2018 bis 2024 bei OpenAI tätig. Zuletzt agierte sie dort als Technikchefin und nach der vorübergehenden Absetzung von Sam Altman als Interims-CEO. Sie verließ das Unternehmen im September 2024 nach internen Turbulenzen. In ihrer Abschiedsbotschaft erklärte sie, sich künftig auf eigene Forschungsvorhaben konzentrieren zu wollen.

Mehrere ihrer früheren Kolleginnen und Kollegen folgten ihr zu Thinking Machines, darunter John Schulman, Mitgründer von OpenAI, und Barret Zoph, ehemals Forschungschef bei OpenAI. Insgesamt soll das Gründerteam laut ihrer Website mehr als 40 Personen umfassen, ein gutes Dutzend davon mit OpenAI-Vergangenheit.

Mira Murati zählt zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der globalen KI-Szene. Geboren in der albanischen Hafenstadt Vlora, zog sie mit 16 Jahren nach Kanada und studierte später Maschinenbau in den USA. Ihre Karriere begann sie als Ingenieurin beim Raumfahrtunternehmen Zodiac Aerospace.

Mit nur 24 Jahren wechselte sie als Produktmanagerin zum Elektroautobauer Tesla, bei dem sie unter anderem für das Model X verantwortlich war. Anschließend arbeitete sie beim Virtual-Reality-Unternehmen Leap Motion, bevor sie schließlich zu OpenAI wechselte.

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Mit Agenturmaterial von Bloomberg.

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