Energie: Wie Back-up-Kraftwerke wesentlich billiger werden könnten
Berlin. Wenn man Peter Reitz auf die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) anspricht, den Bau von Gaskraftwerken mit staatlichen Mitteln zu fördern, fällt sein Urteil sehr klar aus: „Es ist nach unserer Überzeugung nicht erforderlich, mit Milliardenaufwand den Bau von Gaskraftwerken anzureizen. Wir sehen darin eine Verschwendung staatlicher Ressourcen“, sagt Reitz im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Reitz ist Vorsitzender des Vorstands der Leipziger Strombörse EEX. Er ist davon überzeugt, dass sich der Bau neuer Kraftwerke und das Bereithalten von Kraftwerkskapazitäten allein mit marktwirtschaftlichen Instrumenten organisieren lassen. Staatliche Unterstützung hält er für überflüssig.
Er steht damit nicht allein. Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) warnt vor „teuer erkauften und über neue Umlagen finanzierten Überkapazitäten“. Organisationen wie die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), der Verband „Die Familienunternehmer“ und der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) teilen die Sorgen und stützen die Thesen des EEX-Chefs.
Zustimmung kommt auch aus der Wissenschaft. So sagt etwa der Kölner Ökonom Axel Ockenfels, er habe Sympathie für die Überlegungen.