Immobilien: Neubau oder Sanierung – was ist wirklich günstiger?
Berlin. Die Zahlen stimmen optimistisch: Eine Studie des Instituts für Baubetriebswesen der Technischen Universität Dresden zeigt, dass weniger Wohnimmobilien abgerissen werden: 2021 fielen insgesamt 5249 Gebäude mit 14.817 Wohneinheiten der Abrissbirne zum Opfer. 2007 waren es noch 8161 Gebäude und dreimal so viele Wohnungen (44.539). In sieben von zehn Fällen entsteht auf dem frei gewordenen Platz ein Ersatzneubau.
Diese Neubauten sind vor allem in gefragten Lagen für Investoren vielleicht positiv zu sehen, fürs Klima weniger: „Über den breiten Daumen schlägt ein Neubau mit 1000 Kilogramm CO₂ pro Quadratmeter zu Buche, eine Sanierung jedoch nur mit 100 bis 200“, erläutert Sarah Dungs, Vorstandsvorsitzende des Vereins für Bauen im Bestand (BiB). Sie ist überzeugt: „Jedes Bestandsgebäude können Sie sanieren. Die Frage ist, ob es sich lohnt.“
Das herauszufinden ist eine komplexe Einzelfallentscheidung, für die Immobilieneigentümer nicht nur die Abriss- und Neubaukosten mit den Sanierungskosten vergleichen sollten. Aber: „Es gibt immer noch kein rasterartiges System, nach dem man standardisiert abwägen kann, ob ein Gebäude besser abgerissen und ersetzt oder saniert wird“, sagt Dietmar Walberg, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft zeitgemäßes Bauen (ARGE) in Kiel. Das Ergebnis des Abwägens kann selbst für ähnliche Gebäude unterschiedlich ausfallen.