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GeldanlageSieben Bücher, die Anleger in unsicheren Zeiten mental stärken

Inflation, Zinswende, geopolitische Risiken: Wer jetzt investiert bleibt, braucht gute Nerven – und ein gutes Buch. Diese sieben schützen erfahrene Anleger langfristig vor Fehlern.Sven Prange 20.08.2025 - 09:17 Uhr Artikel anhören
Geldanlage: Auf die Streuung im Depot kommt es an – unter anderem. Foto: Getty Images

Düsseldorf. Selten war die Lage der Weltwirtschaft so unsicher wie in den vergangenen Monaten – und damit auch die Lage an den Märkten. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, steht heute vor neuen Fragen: Wann entnehmen? Wo parken? Und vor allem: Wie ruhig bleiben, wenn die Schlagzeilen laut sind?

Gerade erfahrene Anleger wissen: Langfristiger Erfolg entsteht weniger durch Timing, sondern durch Durchhalten – mental, strategisch, strukturell. Sieben Bücher liefern genau dafür wertvolle Impulse: von der automatisierten Sparlogik der Verhaltensökonomie über konkrete Entnahmestrategien im Ruhestand bis hin zur Psychologie des Geldes.

Neuerscheinungen auf Deutsch ergänzen den transatlantischen Blick um praktische ETF-Portfolios, emotionale Stabilität und systematische Entnahmepläne für Anleger.

Shlomo Benartzi & Roger Lewin: „Save More Tomorrow“

Shlomo Benartzi und Roger Lewin: „Save More Tomorrow“, Portfolio, 272 Seiten Foto: PR

„Save More Tomorrow“ überträgt Erkenntnisse der Verhaltensökonomie in die Praxis der Altersvorsorge. Im Zentrum steht das automatisierte Sparschema: Ein Teil zukünftiger Gehaltserhöhungen wird automatisch der Altersvorsorge zugeführt – ohne spürbare Reduktion des verfügbaren Einkommens. Diese Methode nutzt psychologische Mechanismen gezielt aus: Commitment‑Device (Selbstverpflichtung), Default‑Effekt (Standardeinstellung) und Wear‑in‑Ansatz (Integration in bereits bestehende Gehaltsprozesse).

Leser finden am Ende eine Toolbox mit Vorlagen, Checklisten und Rechenbeispielen, etwa zur Hochrechnung eigener Sparraten unter Annahme durchschnittlicher Renditen. Insgesamt verbindet das Buch fundierte Forschung mit pragmatischer Umsetzung – ideal für jene, die ihr Verhalten nachhaltig steuern wollen.

Dieses Buch ist für erfahrene Anleger interessant, weil es Verhaltensökonomie direkt in die Praxis überführt. Anders als klassische Finanzliteratur geht es nicht nur um Rendite oder Asset-Allokation, sondern das Buch adressiert gezielt psychologische Barrieren wie Trägheit oder Verlustangst. Das automatisierte „SMarT“-System liefert konkrete Tipps, wie man sein Sparverhalten selbst steuern und dauerhaft langfristig investieren kann.

Jane Bryant Quinn: „How to Make Your Money Last“

Jane Bryant Quinn: „How to Make Your Money Last“, Simon & Schuster, 2020, 432 Seiten Foto: PR

Reicht das Geld für den Ruhestand? Das ist die zentrale Frage, um die sich dieses Buch von Jane Bryant Quinn dreht. Der Fokus liegt nicht auf dem Investieren selbst, sondern auf der Frage: Wie kann ich mein angespartes Vermögen so entnehmen, dass es ein Leben lang reicht – auch bei Inflation, Pflegefall oder Börsenturbulenzen?

Quinn analysiert zunächst Entnahmestrategien: Fixe Beträge, prozentuale Entnahmen, dynamisch angepasste Modelle – alle Varianten werden verständlich erklärt, inklusive Vor- und Nachteilen. Anschließend behandelt sie das „Sequenzrisiko“: Wer gleich zu Beginn seiner Rentenzeit einen Börsencrash erlebt, riskiert, das Kapital zu früh aufzubrauchen. Ihre Lösung: eine Liquiditätsreserve von drei bis fünf Jahren, um nicht in der Krise verkaufen zu müssen.

Zentrales Kapitel ist die steueroptimierte Reihenfolge von Auszahlungen: zuerst steuerpflichtige Erträge, dann steuerbegünstigte Altersvorsorge, dann „letzte Töpfe“ wie Rentenversicherungen oder Immobilien. Der Mehrwert für Leser liegt hier in der konkreten Strukturierung – auch für deutsche Anleger anwendbar.

Die Sprache ist klar, lebensnah, praxisorientiert – mit vielen Fallbeispielen, Tabellen und Szenarien. Besonders wertvoll: Tipps zur Kombination von Rentenzahlungen, Auszahlplänen und Kapitalerhalt.

Quinns Buch beantwortet die zentrale Frage jedes Ruheständlers: Wie kann ich mein Geld nachhaltig entnehmen, ohne zu früh zu viel oder zu wenig zu verbrauchen? Ihre Strategien sind fundiert, aber alltagstauglich. Wer Kapital klug strukturieren will – für Jahrzehnte –, findet hier einen Fahrplan, der Ängste nimmt und Handlungssicherheit schafft.

Gerd Kommer: „Souverän investieren vor und im Ruhestand“

Gerd Kommer: „Souverän investieren vor und im Ruhestand“, Campus, 2025, 360 Seiten Foto: Campus

Berater und Bestsellerautor Gerd Kommer überträgt seine bewährten Anlagestrategien aus dem Buchklassiker „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ auf die besondere Lebensphase „vor und im Ruhestand“. In diesem Buch, das Mitte September aktualisiert erscheint, geht es darum, wie erfahrene Anleger ihr Vermögen systematisch strukturieren, schützen und zugleich nachhaltig nutzbar machen.

Kommer erläutert detailliert die Prinzipien globaler Diversifikation mit ETFs, steuerliche Aspekte der Entnahme, Anbietervergleiche sowie den Umgang mit Inflation und Langlebigkeit. Dabei greift er auf wissenschaftlich fundierte Studien zurück – und übersetzt sie in verständliche Handlungsempfehlungen. Dieses Buch ist eine Art Grundlagenwerk für ETF-basierte Ruhestandsplanung im deutschsprachigen Raum. Es kombiniert Theorie, Zahlen und Praxis  – konkret und verständlich.

Christine Benz: „How to retire“

Christine Benz: „How to retire“, Piper, 2025, 352 Seiten, 18 Euro Foto: Piper

Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. So lässt sich dieser Ratgeber zusammenfassen, den die Morningstar-Managerin Christine Benz Ende August vorlegt. „Geld ist zwar ein Hauptthema des Buches, aber es geht nicht nur um Euros“, sagt Benz. „Ja, man braucht Geld. Aber noch wichtiger ist, dass man ein Netzwerk von Menschen hat, denen man wichtig ist.“

Entsprechend ist das Buch aufgezogen. Benz zeigt, wie finanzielle Sicherheit, vorausschauende Planung und persönliches Glück zusammenfinden können. Dazu hat sie mit Experten der jeweiligen Gebiete gesprochen, aber auch ihre eigene Expertise einfließen lassen. So entsteht während des Lesens nach und nach eine Art Stufenplan für ein sicheres Alter. Von einer nachhaltigen Finanzplanung bis zur Aufstellung eines nachhaltigen Portfolios. Geht der Plan auf, warten im Ruhestand Geld und Glück.

Davor Horvat, Stefan Winheller: „Vom Topverdiener zum Privatier“

Davor Horvat, Stefan Winheller: „Vom Topverdiener zum Privatier“, Deutscher Wirtschaftsbuchverlag, 368 Seiten, 25 Euro Foto: Deutscher Wirtschaftsbuchverlag

Der unabhängige Honorarberater Davor Horvat richtet sich gezielt an Gutverdiener und beantwortet die Frage, wie diese im Alter finanziell möglichst unabhängig werden. Er zeigt auf, wie man sein Einkommen in Vermögen umwandelt und welche Strategien helfen, um finanzielle Freiheit zu erlangen. Ein weiterer Aspekt des Buches ist die Steueroptimierung, wobei auch der Co-Autor Stefan Winheller wichtige Hinweise gibt.

Neben einigen allgemeinen Einleitungen, die Menschen mit Erfahrung in der Geldanlage eher nicht überraschen dürften, wird es schnell sehr konkret: Horvat gibt konkrete Tipps für ein „Freiheitsdepot“, beschäftigt sich von ETF bis Immobilien mit verschiedenen Anlageklassen.

Uwe Lang (Hrsg.): „So geht Vermögensaufbau an der Börse“

Uwe Lang (Hrsg.): „So geht Vermögensaufbau an der Börse“, Börsenbuch-Verlag, 2025, 256 Seiten Foto: FBV

In seinem letzten Buch stellt der im Frühsommer verstorbene Börsenaltmeister Uwe Lang, bekannt als „Börsenpfarrer“, gemeinsam mit einem Autorenteam praxisnahe Strategien für den langfristigen Vermögensaufbau vor. Das Buch richtet sich an erfahrene Privatanleger, die ihr Kapital in turbulenten Märkten selbstsicher steuern möchten. Es verbindet bewährte Grundlagen mit modernen Taktiken – von Buy‑and‑hold‑Methoden über die systematische Monats-Schluss‑Methode bis zu den Themen Diversifikation und Risikoabsicherung.

Im ersten Teil beleuchtet Lang etablierte Modelle: Buy‑and‑hold mit globalen Aktien, ergänzende taktische Asset-Allokation, Value‑ und Qualitätsfokus. Die Monats‑Schluss‑Methode wird anhand von Charts und Backtesting vorgestellt – ideal, um Emotionsfallen zu vermeiden. Ein umfangreicher Mittelteil widmet sich dem Portfoliodesign fürs Alter: strukturierte Mischung aus Aktien, Anleihen und Edelmetallen – abgestimmt auf Anlagehorizont und individuelle Risikoneigung. Entnahmestrategien mit Liquiditätspuffern sowie Steuer‑ und Depotfragen im deutschen Kontext runden das Ganze ab.

Im letzten Kapitel behandeln erfahrene Anleger relevante Zusatzthemen: Umgang mit Inflation, steigende Zinsen, Crash‑Psychologie, Rebalancing sowie mentale Fitness.

Morgan Housel: „Über die Psychologie des Geldes“

Morgan Housel: „Über die Psychologie des Geldes“, Finanzbuch Verlag, 2021, 224 Seiten Foto: FBV

Und zum Abschluss das ungewöhnlichste, auf eine Art aber auch erkenntnisreichste dieser Bücher: „Über die Psychologie des Geldes“ ist kein klassisches Investmentbuch – es ist eine Sammlung von Geschichten und essayistischen Betrachtungen über den emotionalen Umgang mit Geld.

Morgan Housel beschreibt in 20 Kapiteln, wie Denkfehler, Gefühle und Lebensgeschichte unseren Umgang mit Vermögen, Risiko und Konsum beeinflussen. Dabei stehen nicht Charts oder Fondsprodukte im Fokus, sondern Werte wie Geduld, Bescheidenheit und Selbstdisziplin.

Housel liefert das fehlende Puzzlestück für viele erfahrene Anleger: psychologisches Rüstzeug. Wer gelernt hat, wie die eigenen Emotionen bei Geldentscheidungen wirken, bleibt ruhiger, rationaler – und erfolgreicher. Gerade in Krisenzeiten ist es diese emotionale Stabilität, die über Wohlstand entscheidet. Das Buch ist ein exzellenter Begleiter für ein langes Anlegerleben – ohne Reue und Aktionismus.

Erstpublikation: 14.08.2025, 17:19 Uhr.

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