Künstliche Intelligenz: Meta kündigt neue Rechenzentren in Gigawatt-Größe an
San Francisco. Rechenzentren, die den Kernteil von Manhattan ausfüllen könnten – mit dieser Vision will der Facebook-Konzern Meta in Führung bei Künstlicher Intelligenz gehen. Dafür werde man „Hunderte Milliarden Dollar“ investieren, schrieb Meta-Chef Mark Zuckerberg auf der Online-Plattform Threads.
Eine erste neue Anlage mit dem Namen Prometheus solle 2026 ans Netz gehen, kündigte er an. Eine weitere namens Hyperion werde in der letzten Ausbaustufe in einigen Jahren bis zu 5 Gigawatt Energie verbrauchen. Mit der dafür benötigten Energie könnte man nach Schätzungen von Experten mehr als vier Millionen durchschnittliche US-Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen.
Zuckerberg soll unzufrieden mit den bisherigen KI-Bemühungen von Meta sein. In den vergangenen Wochen hatte er ein Expertenteam aufgebaut, um künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) zu entwickeln.
Im neuen Team der Meta Superintelligence Labs sind Forscher, die von OpenAI, Googles DeepMind und anderen führenden KI-Unternehmen abgeworben wurden. Meta hatte zuletzt den Scale AI-Mitbegründer Alexandr Wang als Chief AI Officer eingestellt und sich mit 49 Prozent an seinem Unternehmen im Wert von 14,3 Milliarden Dollar beteiligt.
Würden die Rechenzentren wie von Zuckerberg angekündigt zu „Multi-Gigawatt-Clustern“, würden sie zu den größten Rechenzentren der Welt gehören. Die meisten Rechenzentren haben aktuell nur Hunderte von Megawatt Kapazität. Andere KI- und große Technologieunternehmen wie OpenAI und Oracle arbeiten allerdings ebenfalls an Rechenzentren, die mehrere Gigawatt bewältigen können.
Aktien von Meta im Aufwind
In seinem Beitrag zitierte Zuckerberg das unabhängige Technologieanalyseunternehmen SemiAnalysis mit der Aussage, dass Meta auf dem besten Weg sei, das erste Unternehmen mit einem „Supercluster“ zu sein, der mehr als ein Gigawatt Leistung beherbergt. Die Aktien von Meta stiegen nach dieser Nachricht um 1,1 Prozent auf 725,30 Dollar.
Im April hatte Meta bekanntgegeben, bis zu 72 Milliarden Dollar in neue Technologie zu investieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Investitionen in KI und Rechenzentren. In seinem Beitrag vom Montag sagte Zuckerberg, dass sein Unternehmen „Hunderte von Milliarden Dollar“ in Rechenzentrumskapazitäten investieren wird, um Superintelligenz aufzubauen.
Der „New York Times“ zufolge erwägt Meta, sich bei seinem bisher leistungsstärksten KI-Modell mit dem Namen Behemoth vom bisherigen Open-Source-Ansatz zu verabschieden, bei dem der Software-Code dahinter offengelegt wird. Das wäre eine Kehrtwende, denn bisher beharrte Meta darauf, dass quelloffene KI-Programme sich am Ende gegen die Konkurrenz durchsetzen würden.