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Epstein und TrumpDie Beziehung, die dem US-Präsidenten schadet wie keine andere

Beide wohnten in Palm Beach, feierten zusammen Partys. Später wird Epstein im Gefängnis tot aufgefunden. Und Präsident Trump gerät wegen der Beziehung immer mehr unter Druck.Felix Stippler 24.07.2025 - 09:52 Uhr Artikel anhören
Ein Bild von Trump (r.) und Epstein: Der heutige US-Präsident will „kein Fan“ des Kriminellen gewesen sein. Foto: AP

Düsseldorf. Waren sie am Ende doch befreundet? US-Präsident Donald Trump und der inzwischen verstorbene verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein haben US-Medien zufolge persönliche Verbindungen gepflegt.

In den USA entspinnt sich über die Epstein-Affäre ein regelrechter Kampf zwischen dem Präsidenten, der US-Medienlandschaft und nicht zuletzt auch einigen Trump-Anhängern. Denn Trump will von angeblich pornografischen Geburtstagsgrüßen, Hochzeitsfotos und gemeinsamen Flügen im Privatjet nichts wissen.

Die MAGA-Bewegung (Make America great again) hingegen fordert die vollständige Aufklärung des Falls, der die US-amerikanische Gesellschaft seit Jahren bewegt. Denn Trump hat selbst im Wahlkampf noch versprochen, die Akten zum Fall öffentlich zu machen, sollte er Präsident werden. US-Medienberichten zufolge wurde der US-Präsident im Frühjahr darüber informiert, dass sein Name in den Akten vorkommt.

Inzwischen ist Trump unter dermaßen hohen Druck geraten, dass der Chef des Repräsentantenhauses das Parlament verfrüht in die Sommerpause geschickt hat. Damit wollen die Republikaner vermeiden, dass noch über einen von den Demokraten eingebrachten Antrag im Zusammenhang mit den Akten zur Epstein-Affäre abgestimmt werden kann.

Die Geschichte zwischen Epstein und Trump beginnt irgendwann in den frühen 1990er-Jahren und endet etwa 15 Jahre später. Der eine soll später US-Präsident werden, der andere wird sich im Gefängnis umbringen.

Hochzeitsgast und gemeinsame Fashion-Shows

Jeffrey Epstein war Multimillionär, als Geschäftsmann bis in die höchsten Kreise der USA vernetzt und ein mutmaßlicher Menschenhändler. Die Staatsanwaltschaft warf ihm 2019 vor, jahrelang teilweise Minderjährige sexuell misshandelt und sie an Klienten vermittelt zu haben. Bereits 2006 wurde er zum ersten Mal verhaftet, nach einem Teilgeständnis saß er etwa ein Jahr in Haft.

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Kurz nachdem er 2019 wegen der neuen, schärferen Vorwürfe wieder verhaftet wurde, starb er in seiner Gefängniszelle – offiziellen Angaben zufolge beging er Suizid.

Die von Trump so verhassten unabhängigen US-Medien wie die „New York Times“, das „Wall Street Journal“ und der Sender CNN liefern nun das nötige Material für immer neue und weitreichende Spekulationen zur Beziehung zwischen Epstein und Trump.

Da wären einmal die jüngsten CNN-Berichte über neu aufgetauchte Bilder und Videos, die auf Details zur Beziehung zwischen Trump und Epstein schließen lassen. Im Jahr 1993 etwa war Epstein dem Sender zufolge Gast auf Trumps Hochzeit mit Marla Maples. Dass Epstein daran teilgenommen hatte, war zuvor nicht bekannt.

Außerdem zeigt CNN Videoaufnahmen einer Fashion-Show der Unterwäschenmarke Victoria’s Secret aus dem Jahr 1999. In dem Video zu sehen: Trump und Epstein im Gespräch miteinander. Am Dienstag hat der Sender eigenen Angaben zufolge Trump telefonisch mit dem Material konfrontiert. „Das kann nicht ihr Ernst sein“, soll er darauf geantwortet haben, CNN mehrfach als „Fake News“ bezeichnet und dann aufgelegt haben.

Demonstranten in den USA: „Veröffentlicht die Epstein-Akten“, steht auf dem Plakat. Foto: AFP

Kennengelernt sollen sich die beiden damaligen Geschäftsmänner einer Recherche der „New York Times“ (NYT) zufolge vor etwa 35 Jahren. Epstein hat irgendwann um das Jahr 1990 herum ein Grundstück in der Nähe von Trumps Anwesen Mar-a-Lago erworben. Damals war Trump Mitte 40 und Immobilienunternehmer, der sich gern als Playboy inszenierte – wie auch Epstein.

Rund zwei Jahre später lud Trump zu einer Party in Mar-a-Lago für junge Frauen, die an einem Wettkampf für Kalender-Girls teilnehmen sollten. Der einzig andere Gast: Jeffrey Epstein. Das sagte der Veranstalter des Events der NYT. Epsteins damalige Freundin beschuldigte Trump, sie am Abend der Party sexuell belästigt zu haben. Eine entsprechende Klage ließ sie später fallen.

Trump war regelmäßiger Gast in Epsteins Privatjet, wie Gerichtsunterlagen zeigen. Mindestens sieben Mal binnen vier Jahren in den Neunzigern jettete er unter anderem zwischen Palm Beach und New York hin und her. 2002 sagte Trump dem „New York Magazine“: „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein großartiger Typ, es macht Spaß mit ihm. Man hört, er mag schöne Frauen genauso sehr wie ich – viele davon sind etwas jünger. Jeffrey genießt sein Sozialleben, keine Zweifel.“

Man hört, er mag schöne Frauen genauso sehr wie ich – viele davon sind etwas jünger.
Donald Trump
damals noch nicht Präsident

Es war kurz nach der Jahrtausendwende, als Ghislaine Maxwell, Epsteins Komplizin, die damals 17 Jahre alte Virginia Giuffre in Mar-a-Lago ansprach. Maxwell bot der Minderjährigen einen Job an, als Masseuse für Epstein. „Sie schienen mir wie nette Menschen. Also habe ich ihnen vertraut“, sagte Giuffre später. Dabei hatte sie sich offenbar geirrt. In den darauffolgenden zwei Jahren sollen Maxwell und Epstein sie dazu gezwungen haben, mit mehreren berühmten Männern zu schlafen, warf Giuffre den beiden vor.

Virginia Giuffre: Die inzwischen Verstorbene warf Epstein vor, sie prostituiert zu haben. Foto: JEFFERSON SIEGEL/The NewYorkTimes/Redux/laif

Mehrere Frauen aus Epsteins Umfeld haben in den vergangenen Jahren behauptet, Trump begegnet zu sein. Epsteins ehemalige Freundin wirft Trump vor, sie in seinem Büro ohne ihren Konsens begrapscht zu haben. „Ich habe mich gefühlt wie ein Stück Fleisch“, sagte sie im vergangenen Jahr der NYT.

Im Jahr 2003 waren Trump und Epstein offenbar immer noch miteinander vertraut, und Epstein feierte Geburtstag. 50 Jahre alt wurde der Geschäftsmann damals, und seine Vertraute Maxwell wollte ihrem Boss ein besonderes Geschenk machen: ein Geburtstagsalbum mit Glückwünschen von Epsteins Familie und Freunden. Und Donald Trump. Über das Album hat das „Wall Street Journal“ vergangene Woche berichtet.

„Wir haben bestimmte Dinge gemeinsam, Jeffrey“

Demnach soll der Brief Trumps an Epstein alles andere als jugendfrei sein. Auch viele der übrigen Geburtstagswünsche haben dem Bericht zufolge unanständige Inhalte.

Umrisse eines nackten Frauenkörpers hat Trump gezeichnet, geschwungene Linien als Brüste und dort, wo das Schamhaar sein sollte, steht „Donald“. Dort hat Trump offenbar unterschrieben. Die Zeichnung umrahmt den Text des Briefs. Eine imaginäre Unterhaltung der beiden steht dort geschrieben. Etwa:

„Donald: Wir haben bestimmte Dinge gemeinsam, Jeffrey“

Ein undatiertes Bild von Epstein und Maxwell: Foto: AFP

Die Berichte des WSJ haben den US-Präsidenten verärgert. Er hat den Medienkonzern News Corp, den WSJ-Herausgeber Dow Jones, den Besitzer der Zeitung, Rupert Murdoch, und die beiden Reporter, die den Text geschrieben haben, verklagt. Trump fordert mindestens zwei Milliarden Dollar Schadenersatz. Auf seiner Plattform Truth Social beschimpfte Trump die Zeitung als „Schmierblatt.“ Er bestreitet, den Brief verfasst zu haben. „Ich zeichne keine Bilder von Frauen“, behauptete Trump.

Der Bruch

Nach Epsteins Verhaftung 2019 erklärte Trump, dass er den Kontakt zu ihm schon vor vielen Jahren abgebrochen habe. Einen Grund nannte Trump damals nicht. „Ich kannte ihn, jeder in Palm Beach kannte ihn“, sagte Trump Journalisten, nachdem die Vorwürfe gegen Epstein bekannt geworden waren. „Ich habe seit etwa 15 Jahren nicht mehr mit ihm gesprochen. Ich war kein Fan.“

Trump beschwerte sich seinem Umkreis zufolge außerdem darüber, dass sich Epstein gegenüber der Tochter eines Gasts in Mar-a-Lago unangebracht verhalten habe. Deswegen habe er Epstein dort nicht mehr sehen wollen.

Tatsächlich hatten die beiden im Jahr 2004 miteinander gebrochen, wie die „Washington Post“ berichtete.

Trump und Epstein zerwarfen sich unter anderem im Streit über eine Immobilie in Palm Beach: ein mehr als 25.000 Quadratmeter großes Anwesen mit Blick auf den Atlantik – zwei einflussreiche Interessenten, und nur einer konnte es haben. Trump und Epstein ließen ihre Anwälte bei der Auktion mitbieten. Am Ende gewann Trump – mit einem Gebot von 41,35 Millionen Dollar.

Wenig später bekam die Polizei von Palm Beach einen Tipp, wonach junge Frauen bei Epstein ein- und ausgehen sollten. Später meldete eine 14-Jährige, dort missbraucht worden zu sein. Eine Anklage folgte. Aber Epstein schloss einen umstrittenen geheimen Deal mit US-Staatsanwalt Alex Acosta. Epstein bekannte sich in zwei Anklagepunkten schuldig, wurde aber nicht vom Bund wegen Sexhandels mit Minderjährigen angeklagt. Er saß nur für etwa 13 Monate in Haft. Acosta sollte später unter Trump als Arbeitsminister dienen.

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Erstpublikation: 23.07.2025, 19:07 Uhr.

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