Leoni: „Wir haben eine ganz, ganz klare Performancekultur etabliert“
Nürnberg. Nach der dramatischen Rettung unter Ausschluss der Kleinaktionäre und dem Verkauf nach China schreibt der Autozulieferer Leoni erstmals seit Langem wieder schwarze Zahlen. „Im ersten Halbjahr haben wir zum ersten Mal seit etwa zehn Jahren ein positives Nettoergebnis erzielt“, sagte CEO Klaus Rinnerberger dem Handelsblatt. Um die nötigen Zukunftsinvestitionen zu finanzieren, reiche das jedoch noch nicht aus.
Der Bordnetz-Spezialist war aufgrund hoher Schulden in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Im Rahmen des neuen Stabilisierungs- und Restrukturierungsgesetzes (Starug), das Insolvenzen vermeiden soll, waren die Kleinaktionäre leer ausgegangen. Großaktionär Stefan Pierer übernahm das Unternehmen und verkaufte später die Mehrheit an den chinesischen Luxshare-Konzern.
Rinnerberger verteidigte diese Lösung. „Die einzige Alternative wäre die Insolvenz gewesen.“ Die Kooperation mit Luxshare könne mehrere Schwächen im Geschäftsmodell abmildern, erklärte er. Zudem könne die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Vorbildcharakter haben. „Ich würde vielen Kollegen in der Zulieferindustrie schlichtweg raten, den Weg einer Kooperation zu suchen, anstatt gegen China ankämpfen zu wollen.“