Klimatechnik: Aus Eis wird Wärme – Wie Eisspeicher beim Heizen helfen
Freiburg. Bei einem Neubauquartier in Hamburg-Eißendorf liegt ein Teil der Wärmeversorgung in einer Betonzisterne im Hof vergraben. Die Konstruktion hat einen Durchmesser von etwa elf und eine Höhe von sechs Metern. So fasst sie rund 500 Kubikmeter Wasser.
Im Inneren des Wassertanks verlaufen Spiralen aus Leitungen, in denen eine frostsichere Flüssigkeit zirkuliert. Über sie wird dem Wasser Wärme entzogen und drei Großwärmepumpen mit zusammen 450 Kilowatt Leistung zugeführt. Mit dieser Anlage will das kommunale Wohnungsunternehmen Saga künftig 216 Wohnungen mit rund 14 000 Quadratmetern Wohnfläche beheizen. Im Januar war in Eißendorf Grundsteinlegung.
Weil der Entzug der Wärme dazu führen kann, dass das Wasser in der Zisterne gefriert, werden solche Wassertanks auch Eisspeicher genannt. Ihr besonderer Charme liegt darin, dass man im Bereich des Gefrierpunkts dem Wasser sehr große Mengen Wärme entziehen kann, ohne dass dieses weiter abkühlt – die sogenannte Kristallisationsenergie. Null Grad kaltes Wasser, das zu null Grad kaltem Eis wird, gibt die gleiche Wärmemenge ab wie Wasser, das von 80 Grad auf null Grad abkühlt.