Kölner Start-up: Wie DeepL gegen ChatGPT kontert – und Investoren auf einen Börsengang hoffen lässt
Düsseldorf, Köln. Wie verloren man sich fühlt, wenn einem die Sprache fehlt, wusste Jarek Kutylowski schon, als er gerade einmal zwölf Jahre alt war. Kutylowski war mit seinen Eltern von Polen nach Deutschland ausgewandert. Er stand zum ersten Mal vor seinen Mitschülern in der sechsten Klasse am Reismann-Gymnasium in Paderborn, sprach kein Wort Deutsch, sollte seinen Nachnamen buchstabieren – und verstummte.
„Das hat mich geprägt“, erzählt Kutylowski im Gespräch mit dem Handelsblatt. Gut 22 Jahre später, im Jahr 2017, gründete Kutylowski in einem Gewerbepark in Köln-Ehrenfeld die Firma DeepL, kurz für „Deep Language“. Sein Ziel: Sprachbarrieren überwinden. Mittels Technologie.
In wirtschaftlicher Hinsicht ist Kutylowski heute auf einem guten Weg: Im November 2022 wurde DeepL mit einer Milliarde Dollar als Einhorn bewertet. Im Mai 2024 sammelte sein Unternehmen in einer neuen Finanzierungsrunde, angeführt von dem US-amerikanischen Wagniskapitalgeber Index Ventures, 300 Millionen Dollar frisches Kapital ein – und erreichte eine Bewertung von zwei Milliarden US-Dollar.
Doch nie war die Konkurrenz um Kutylowskis Vorhaben wohl so stark: Mehr und mehr Menschen nutzen Chatbots wie ChatGPT zum Übersetzen. DeepL reagiert nun mit einer neuen Vertriebsstrategie – und könnte nach Handelsblatt-Informationen bald an die Börse gehen.