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Hapag-LloydZoll-Chaos schlägt auf Geschäft von Containerreederei durch

Der operative Gewinn der Reederei ist im zweiten Quartal eingebrochen. Das liegt vor allem an der US-Zollpolitik. Und auch die Lage am Suezkanal spitzt sich zu. 14.08.2025 - 09:03 Uhr Artikel anhören
Das Hapag-Lloyd Containerschiff Osaka Express am Terminal Altenwerder: Das neue Netzwerk „Gemini“ sei offenbar sehr erfolgreich gestartet. Foto: dpa

Berlin. Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd hält nach einem Gewinneinbruch verstärkt das Geld zusammen. Der Hamburger Traditionskonzern musste sich im zweiten Quartal mit einem operativen Gewinn (Ebit) von 156 Millionen Euro begnügen – fast zwei Drittel weniger als ein Jahr zuvor. Konzernchef Rolf Habben Jansen führte die Entwicklung am Donnerstag vor allem die wechselhafte US-Handelspolitik zurück.

Aber auch Anlaufkosten für ein zu Jahresbeginn – laut Habben Jansen erfolgreich – gestartetes Netzwerk mit der dänischen Maersk haben demnach eine Rolle gespielt. Ein bereits vor einigen Wochen angekündigter Sparplan rückt nun mehr in den Fokus: Bis Ende 2026 soll eine Milliarde Euro eingespart werden. Dies sei ein realistischer Plan, betonte Habben Jansen.

Die Ungewissheit rund um US-Zölle führte zuletzt zu starken Schwankungen der Nachfrage und damit steigenden Stückkosten, erklärte Hapag-Lloyd weiter. Zudem sei der operative Betrieb durch überlastete Seehäfen und die prekäre Sicherheitslage im Roten Meer beeinträchtigt worden.

In dem wichtigen Seegebiet erwartet Konzernchef Habben Jansen vorerst keine Entspannung: Er sehe keine Chance, dass die Suezkanal-Route in diesem Jahr wieder befahren werden könne.

Hapag-Lloyd meidet wie viele andere Großreedereien den Suezkanal, seit Huthi-Rebellen Ende 2023 im angrenzenden Roten Meer Angriffe auf Handelsschiffe gestartet haben. Die Umleitung der Schiffe um die Südspitze Afrikas erhöht die Kosten und sorgt für schwankende Frachtraten.

Frachtraten sinken

Im zweiten Quartal sank die durchschnittliche Frachtrate auf 1324 Dollar je Standardcontainer (TEU) nach 1422 Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz konnte um knapp zwei Prozent auf gut 4,6 Milliarden Euro gesteigert werden. Dazu trug vor allem eine etwas höhere Transportmenge von 3,44 Millionen TEU bei.

Hapag-Lloyd peilt nun für das Gesamtjahr ein Konzern-Ebit von 0,2 bis 1,1 Milliarden Euro an. Bisher hatte sich die mit mehr als 300 Frachtern fünftgrößte Containerreederei der Welt darauf eingestellt, dass Ende 2025 auch nur eine schwarze Null in den Büchern stehen könnte. Sie hatte sich aber mit 1,5 Milliarden Euro auch maximal etwas mehr zugetraut. Die weltweite Nummer zwei der Containerschifffahrt, Maersk, hatte vor einer Woche ihre Gewinnprognose für 2025 angehoben.

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Hapag-Lloyd-Aktien notierten am Nachmittag knapp neun Prozent im Minus. Der Streubesitz lag Ende Juni 2025 laut Hapag-Lloyd allerdings nur bei 3,6 Prozent. Großaktionäre sind mit je 30 Prozent die chilenische Reederei CSAV und der aus Hamburg stammende Milliardär Klaus-Michael Kühne. Kleinere Anteilspakete halten die Stadt Hamburg sowie die Staatsfonds von Katar und Saudi-Arabien.

rtr
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