Paul Achleitner: „Politik ist keine Parallelwirklichkeit, sondern prägt unser Leben“
München. Manchmal hilft es bekanntlich, sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorzustellen. Manchmal reicht es auch, Gedanken zu formulieren, wie man am besten zum Anti-Sisyphos wird, also es schafft, den Felsblock auf den Gipfel zu hieven. In diesem Sinne kann man sich den Finanzmanager Paul Achleitner als glücklichen Autor vorstellen, der in New York zwischen Geschäftsterminen im Central Park auf dem iPad an einem Buch schreibt, das in „fluiden“ Zeiten, wie er sagt, für positive statt für die üblichen prekären Zukunftserwartungen sorgen soll.
Der gebürtige Österreicher, der in der Schweiz (Universität St. Gallen) lernte, über die USA (Unternehmensberatung Bain und Goldman Sachs) reifte und schließlich in Deutschland bei Allianz und Deutsche Bank Spuren hinterließ, hat nur oberflächlich betrachtet ein Karriere-Handbuch vorgelegt.
Sicher beinhaltet das Werk – fußend auf eigenen Notizen und Reden aus vielen Jahren – permanent sachdienliche Hinweise wie die Aufforderung, bloß nicht in der Komfortzone zu stagnieren, sondern stets neue Erfahrungen zu suchen. Doch es ist darüber hinaus ein wenig das, was es nicht sein will: Memoire oder Essay-Buch. Dafür gibt es einfach zu viele Verweise auf Achleitners Arbeitsleben oder Einschätzungen zu Problemlagen. Der Charme liegt in diesen Zugaben.