Vestas-Aktie: US-Subventionen treiben Aktien von Wind- und Solarunternehmen
Düsseldorf. Neue Regeln für US-Subventionen für erneuerbare Energien sorgen am Montag für starke Kursanstiege bei Anbietern von Windturbinen und Solarpanels. Allen voran notiert der dänische Turbinenhersteller Vestas stark im Plus. Die Aktie des Unternehmens steigt in der Spitze um knapp 18 Prozent auf gut 135,5 dänische Kronen (18,15 Euro) – der stärkste Gewinn des Unternehmens binnen eines Handelstags seit 2022.
Auch die Kurse deutscher Unternehmen legen dank der neuen Regeln zu. So notiert die Nordex-Aktie am Montag mehr als vier Prozent höher. Zudem profitiert auch der deutsche Konzern SMA Solar dank der neuen Regelungen. Die Aktien des Unternehmens notieren zwischenzeitlich mehr als zwölf Prozent im Plus. Die vergangene Woche auf ein Rekordtief gefallenen Aktien des dänischen Konzerns Orsted legen knapp vier Prozent zu.
Am Freitag wurden zwar strengere Regeln des US-Finanzministeriums für die Förderung von Solar- und Windprojekten bekannt. Dennoch sind die Einschnitte nicht so tiefgreifend, wie viele Investoren und Firmen im Vorfeld befürchtet hatten. „Im Vergleich zu den ersten Gesprächen sehen wir nun das nahezu bestmögliche Ergebnis“, sagen Analysten der Investmentbank Jefferies.
Demnach sollen Wind- und Solarprojekte, die erst ab 2028 Strom erzeugen, unter dieser Bedingung von Steuererleichterungen profitieren: Der Bau der Anlagen muss bis zum 4. Juli 2026 beginnen.
Das könnte dazu führen, dass bei vielen geplanten Projekte nun früher als ursprünglich geplant mit dem Bau begonnen wird und Vestas mehr Aufträge bekommt als erwartet. Denn die Projekte werden nur dann gefördert, wenn vor Ort gearbeitet wird. Investitionen alleine reichen nicht.
Vestas-Chef Henrik Andersen erklärte bereits in der vergangenen Woche vor Investoren, dass Gewissheit über die Reform des US-Präsidenten die Situation erleichtern würde. Die neuen Richtlinien seien die letzte Hürde dafür, dass wieder mehr investiert würde.
„Vor diesem Hintergrund sind die neuen Regeln unserer Ansicht nach positiv“, schreibt JP-Morgan-Analyst Akash Gupta, „sie schaffen Transparenz hinsichtlich Subventionen für Projekte, die bis 2030 ans Netz gehen.“ Das ist Guptas Einschätzung nach eine positive Entwicklung für Gerätehersteller wie Vestas. „Wir erwarten, dass die Aktien sich signifikant besser entwickeln werden als der Gesamtmarkt“, schreibt Gupta. Er bewertet die jüngst hochgestufte Aktie weiterhin mit „Übergewichtet“ und hebt das Preisziel auf 164 dänische Kronen an.
Auch andere Investmentbanken haben ihre Zielkurse für das dänische Unternehmen angehoben. Die Deutsche Bank sieht die Aktie nun bei einem Preis von bis zu 118 dänischen Kronen, die US-Großbank Morgan Stanley erhöht ihr Preisziel auf 135 dänische Kronen. Das durchschnittliche von den Analysten herausgegebene Kursziel liegt dem Datendienst LSEG zufolge bei rund 159,6 Kronen und damit rund 20 Prozent über dem aktuellen Preis.
Die Experten der Investmentbanken sind nach dem Bekanntwerden der neuen Regeln optimistischer für den Kursverlauf der Aktie. Insgesamt empfehlen 18 von insgesamt 29 Analysten Vestas zum Kauf, vergangene Woche waren es nur 15.