Zinsen: Verzichten Banken aktuell auf Vorfälligkeitsentschädigung?
München. Die Finanzierung einer Immobilie muss gut geplant werden. Wie viel Eigenkapital ist vorhanden? Wie viel Geld müssen sich die Käufer von der Bank leihen? Dazu gehört eine langfristige Zinsbindung für das Immobiliendarlehen. Zuletzt sicherten sich Kreditnehmer ihren Zinssatz im Schnitt für zehneinhalb Jahre, zeigt der Trendindikator Baufinanzierung (DTB) des Immobilienfinanzierers Dr. Klein aus dem Juli.
Im Leben läuft aber nicht immer alles so, wie man es geplant hat. Wenn Immobilieneigentümer ihren Job verlieren oder ihre Ehe scheitert, müssen sie die Immobilie unter Umständen verkaufen und ihren Kreditvertrag deshalb vorzeitig kündigen. Die geldgebende Bank hat in einem solchen Fall das Recht auf eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung als finanziellen Ausgleich für entgangene Zinserträge.
Allerdings würden Banken derzeit dabei häufig leer ausgehen, schreibt Finanztip. Das unabhängige Verbraucherportal hat die Vorfälligkeitsentschädigung für neun typische Kreditverträge berechnet, die zwischen 2016 und 2024 abgeschlossen wurden und im August 2025 vorzeitig getilgt werden.
Bei der Berechnung hat Finanztip die Aktiv-Passiv-Methode angewendet. Vereinfacht dargestellt, berechnet eine Bank damit, welche Einbußen sie durch die vorzeitige Rückzahlung des Betrags hat und was sie bekommt, wenn sie das Geld nun stattdessen am Kapitalmarkt anlegt.