Rheinmetall: Papperger strebt eine Verzehnfachung der Produktionskapazitäten an
Düsseldorf. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat den europäischen Nato-Staaten die Grenzen ihrer Verteidigungsfähigkeit aufgezeigt. Die Rüstungsindustrie steht deswegen vor zwei Herausforderungen.
Zum einen müssen Unternehmen die Produktionskapazitäten konventioneller Waffen innerhalb kürzester Zeit erhöhen. Dazu gehören etwa Panzer, Artillerie und Raketen. Zum anderen müssen die europäischen Nato-Staaten neue Fähigkeiten aufbauen. Rüstungskonzerne müssen also neue Waffensysteme entwickeln und Technologien vorantreiben.
Auf der Handelsblatt-Tagung „Wirtschaftsfaktor Rüstung 2025“ diskutierte Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Montag gemeinsam mit Martin Karkour vom deutschen Drohnenhersteller Quantum Systems, Grünen-Sicherheits-Politikerin Sara Nanni und IBM-Deutschland-Geschäftsführerin Christine Rupp über die entscheidenden Investitionen für Europas Verteidigungsfähigkeit und technologische Souveränität.
Europas Rüstungsindustrie hat Nachholbedarf
Beim Hochfahren der Kapazitäten sieht Papperger, der zugleich auch Präsident des Branchenverbands BDSV ist, sein Unternehmen auf einem guten Weg. „Bei Rheinmetall werden wir in einigen Bereichen die Kapazitäten nicht nur verdoppeln, sondern verzehnfachen“, sagte Papperger.
Ausschlaggebend hierfür sei die beschleunigte Beschaffung. „Wenn man sich anschaut, wie viele 25-Millionen-Vorlagen die vergangene und die jetzige Regierung durch den Bundestag geschleust haben, kann man durchaus von einer Zeitenwende in der Beschaffung sprechen“, sagt der Rheinmetall-Chef. „In spätestens 24 Monaten werden wir eine Schlagzahl erreichen, mit der wir die Rüstungsindustrie vernünftig aufstellen können.“