Warntag 2025: Darum heulen heute bundesweit die Sirenen
Düsseldorf. Sirenen heulen, Fernseh- und Radiosender unterbrechen ihre Programme, Werbetafeln im Internet schalten auf Alarm und Warn-Apps piepsen. Dieses Szenario wird heute bundesweit geübt.
Gegen 11.00 Uhr löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) alle bereitstehenden Warnmittel aus, dazu zählen mitunter Fernseh- und Radiosender, Anzeigetafeln und das Mobiltelefon. Ab 11.45 Uhr soll ein Entwarnungsdauerton den Probealarm beenden.
Was ist ein Warntag?
Der Warntag ist ein Aktionstag von Bund und Ländern. An diesem Tag sollen Warnmittel bundesweit getestet werden, verantwortlich ist das BBK.
Wo höre und sehe ich das Warnsignal?
Das Signal wird – neben Sirenen und Infosystemen – in unterschiedlichen Formen an die Bürgerinnen und Bürger ausgespielt. Auch Warn-Apps sollen den Alarm verbreiten. Das BBK stellt die technische Infrastruktur bereit, das sogenannte Modulare Warnsystem (MoWaS). Darüber wird unter anderem die Warn-App „Nina“ ausgelöst. Zudem kommt das Cell-Broadcast-Verfahren zum Einsatz. Das bedeutet: Im Gegensatz zu anderen Warnsystemen wie Nina oder Katwarn benötigt man keine App, um alarmiert zu werden. Eine Internetverbindung ist also nicht nötig, um die Textnachrichten auf dem Smartphone zu erhalten.
Was bedeuten die Sirenentöne?
Es wird zwischen zwei verschiedenen Tönen unterschieden:
- Im Falle einer Warnung ertönt ein einminütiger Heulton, der auf- und abschwellt.
- Zur Entwarnung wird ein einminütiger Dauerton verwendet.
Bundesweit sind alle Sirenentöne einheitlich.
Warum gibt es den Warntag?
Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat der Warntag mehrere Ziele. Vor allem soll er die Bürgerinnen und Bürger für das Thema Warnung sensibilisieren. Die Bevölkerung soll die Funktion und den Ablauf der Warnung besser verstehen und wissen, welche Warnmittel es gibt und wie Warnungen im Ernstfall ablaufen könnten.
Welche Situationen könnten den Alarm in Zukunft auslösen?
Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer 2021 hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Bevölkerung schnell zu informieren. Doch nicht nur bei Hochwasser oder Überschwemmungen wird künftig ein Alarm ausgelöst. So soll die Bevölkerung auch in den folgenden Fällen gewarnt werden:
- Naturkatastrophen wie Tornados
- Erdbeben oder Lawinengefahr
- Gefährliche Wetterlagen wie schwere Stürme, Schnee- oder Regenfälle sowie Hitze- und Kältewellen
- Kriegsähnliche Angriffe, zu denen auch Cyberangriffe zählen können
- Chemie-Unfälle in Industriebetrieben
- Radioaktive Strahlung, freigesetzt nach einem Unfall in einem Kernkraftwerk oder durch einen Angriff mit Nuklearwaffen
- Regionale Warnungen bei Verkehrsstörungen, Feuer oder dem Ausfall der Versorgung mit Strom, Gas, Wasser oder Wärme
Was sollte ich bei einem Warnsignal tun?
Bei einem Warnsignal erhalten die Bürgerinnen und Bürger in der Regel Informationen zur Gefahr und Empfehlungen, was sie zu ihrem Schutz machen können oder wo sie weitere Informationen finden. Das könnten zum Beispiel die Websites der zuständigen Behörden sein.
Zu möglichen Notsituationen gehören laut dem BKK unter anderem Unfälle und Brände, aber auch die Beeinträchtigung der Versorgung oder die Vorbereitung auf besondere Risiken.
„Bei solchen Ereignissen ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger sich erst einmal selbst helfen können, bis die organisierte Hilfe eintrifft“, schreibt das BKK. Zudem rät das BBK, besonders auf ältere und andere betroffene Menschen Rücksicht zu nehmen und sie auf den Warntag vorzubereiten.
Dieser Artikel erschien erstmals im September 2020. Der Artikel wurde am 11.09.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.