Nikotinsucht: Rezepte zur Rauchentwöhnung: Start-up und Pharma kooperieren
Bonn. Manchmal reicht der bloße Wille nicht aus. Millionen Menschen in Deutschland versuchen jedes Jahr, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch nur drei Prozent schaffen den Ausstieg allein.
Von jenen, die an strukturierten Programmen wie Kursen oder Verhaltenstherapien teilnehmen, schafft es hingegen fast jeder Dritte. Auch digitale Anwendungen zur Rauchentwöhnung bieten bessere Erfolgsaussichten als der Versuch, den Tabakstopp im Alleingang zu bewältigen.
Eine neue Regelung stärkt diesen Ansatz. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat im Mai beschlossen, Medikamente zur Tabakentwöhnung als Leistung in die Arzneimittel-Richtlinie aufzunehmen. Mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger ist der Beschluss seit dem 20. August 2025 in Kraft.
Apps helfen, das Rauchen zu unterlassen
Ärztinnen und Ärzte können damit erstmals Medikamente zur Tabakentwöhnung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen – allerdings nur einmalig und nur wenn die Patientinnen und Patienten parallel an einem strukturierten, evidenzbasierten Programm zur Rauchentwöhnung teilnehmen. Digitale Programme sind explizit eingeschlossen.
Für Anbieter wie Sanero Medical aus Stuttgart und dessen digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) „Nichtraucherhelden“ ist das eine elementare Veränderung. Für Chiesi Deutschland, Tochter des italienischen Pharmakonzerns, der Anlass, sich mit Sanero Medical zusammenzutun. Gerade starteten beide Unternehmen eine Kooperation.