Software: KI – was die Probleme von Salesforce über die Branche aussagen
San Francisco. Eigentlich hat Marc Benioff schon genug Probleme. Der Kurs der Salesforce-Aktie ist seit Jahresbeginn um 27 Prozent gefallen – ganz im Gegensatz zum Trend in der Tech-Branche. Und dann muss sich der Gründer und Chef des Software-Riesen auch noch für seine politischen Äußerungen rechtfertigen.
„Ich werde mich heute nur zur Dreamforce äußern“, sagt er zu Reportern auf seiner gleichnamigen Jahreskonferenz in San Francisco. Das heißt: Er äußert sich nicht zu seiner umstrittenen Forderung vom Freitag, Nationalgardisten in die Stadt zu entsenden, um der Kriminalität Herr zu werden – und auch nicht zur Entscheidung von Präsident Donald Trump, die Visa-Vergabe für Tech-Talente einzuschränken.
Nein, diese unangenehmen Themen will Benioff, gebürtig aus San Francisco und vor Jahren nach Hawaii umgezogen, nicht diskutieren. Lieber spricht er über sein Herzensthema: Künstliche Intelligenz (KI) und wie sie die Wirtschaft umbauen und Salesforce neue Erfolge bescheren soll. Man habe viele Tech-Revolutionen durchlaufen, darunter soziale Netze und Smartphones. „Jetzt treten wir in die neue Revolution der agentenbasierten KI ein – und sie wird magisch sein.“
Magie, darunter macht es Benioff, bekannt als knalliger Verkäufer in eigener Sache, nicht. Schon vor einem Jahr hatte er die „Agentforce“ ausgerufen, also den Einzug vollautomatisch handelnder Algorithmen in Unternehmen. Diese sollen menschliche Mitarbeiter ersetzen und für Salesforce zum wichtigsten Umsatzbringer werden.
Die Realität jedoch sieht anders aus: Drei Hauptprobleme treiben Salesforce um – und könnten auch andere Tech-Unternehmen in Atem halten.