Neues Forschungszentrum: Quantentechnologie für bessere Diagnosen bei Hirnerkrankungen
Düsseldorf. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) haben ein Zentrum für Magnetoenzephalographie (MEG) eröffnet. MEG ist ein Messverfahren, mit dem Forscher die magnetischen Signale des Gehirns aufzeichnen. Mit den neu entwickelten Quantensensoren wollen Forscherinnen und Forscher Hirnaktivitäten genauer erfassen, erklären Charité und PTB in einer Mitteilung.
Sie wollen so neurologische Krankheiten wie Schizophrenie, Epilepsie oder Parkinson besser verstehen. Kern des OPM-MEG-Zentrums sei ein Messsystem mit 96 sogenannten OPM-Sensoren, die Magnetfelder des Gehirns bei Raumtemperatur und in Echtzeit registrieren können. Anders als bisherige Verfahren benötigen sie keine aufwendige Kühlung und sind auch für bewegliche Patientinnen und Patienten geeignet.
Die PTB will dabei ihre Expertise in Quantensensorik und Messtechnik einbringen, während die Charité sich auf klinische Studien und die Erforschung neurologischer Mechanismen konzentriert. Beide Einrichtungen wollen gemeinsam die Quantentechnologie für medizinische Anwendungen weiterentwickeln und so auch Start-ups und Industriepartner einbinden.