Verbrenner-Aus: „Wir diktieren der Industrie nicht, was sie tun soll“
Brüssel. Neue Verbrenner sollen auch nach 2035 die Zulassung in der Europäischen Union (EU) erhalten. Die EU werde bei der Neubewertung der Flottengrenzwerte „alle technologischen Fortschritte“ einbeziehen, auch Verbrenner mit E-Fuels und Biokraftstoffen, sagte Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas in einem Interview mit dem Handelsblatt.
Die Maßnahme soll Teil eines „Autopakets“ werden, mit dem die EU-Kommission die Autoindustrie stärken und Europas Wettbewerbsfähigkeit sichern will. Für Unternehmensflotten will Tzitzikostas „Buy European“-Regeln einführen. Zudem wolle die EU ein günstigeres Einstiegsmodell fördern, das die Nachfrage nach Elektroautos ankurbeln soll, sagte der EU-Kommissar.
Im Interview sprach Tzitzikostas zudem über die Softwarestörungen beim Raum- und Luftfahrtkonzern Airbus. „Eine der größten Nachrüstaktionen“ bei Airbus sei glimpflich verlaufen, sagte er. Die europäische Flugsicherheitsagentur hatte wegen einer Störung bei der A320er-Flotte sofortige Software-Updates angeordnet.
Der Aktienkurs des Flugzeugherstellers war daraufhin in den vergangenen Tagen eingebrochen. Für Passagiere, deren Flug sich verspätet, hat der Kommissar hingegen eine gute Nachricht: Die Kommission will einen Plan verhindern, der die Fluggastrechte auszuhöhlen droht.