Russlands Krieg: Europa drängt auf realistischen Friedensplan für die Ukraine
Brüssel/Luanda. Als der Kanzler die Dachterrasse des Epic-Sana-Hotels in Luanda betritt, läuft er wie gegen eine Wand. Die Stunden zuvor hat Friedrich Merz in einem nahezu schockgefrorenen Konferenzraum zugebracht, jetzt strömen die Hitze und Luftfeuchtigkeit der Hauptstadt Angolas auf ihn ein. „Das ist schon ein Wahnsinn, was wir machen“, sagt Merz.
„Wahnsinn“ beschreibt auch die Entwicklung in den vergangenen Tagen rund um den Friedensprozess für die Ukraine. Wie zuvor schon der G20-Gipfel am Wochenende in Südafrika wird auch der EU-Afrika-Gipfel in Angola am Montag von den Verhandlungen über eine Friedenslösung für die Ukraine überschattet.
Es war das Verdienst des deutschen Bundeskanzlers, dass die EU beim Treffen der Nationalen Sicherheitsberater in Genf überhaupt wieder mit der Ukraine und den USA am Tisch saß. Das hatte Merz in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump herausverhandelt. Doch über die entscheidenden Punkte, die Territorialfragen und die Kosten für den Wiederaufbau der Ukraine, könnte am Ende doch Trump allein verhandeln.