Ukraine: Präsident Selenskyjs wichtigster Mann wird zum Problem
Brüssel. Als US-Außenminister Marco Rubio am Sonntag über die Friedensplan-Gespräche mit der Ukraine berichtete, stand neben ihm ein großer, bulliger Mann und dankte „den USA und Präsident Trump persönlich“ für ihre Initiative. Andrij Jermak, der engste Vertraute des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, war nach Genf gereist, um den russisch-amerikanischen 28-Punkte-Plan im Sinne Kiews zu verändern.
Seit seiner Ernennung zum Kabinettschef im Jahr 2020 hat sich der 54-jährige Jurist für Selenskyj unersetzlich gemacht. Systematisch hat er alle Rivalen ausgeschaltet und das Präsidialbüro in Kiew zu einem Machtzentrum umgebaut, das komplett auf ihn zugeschnitten ist. Jeder, der etwas von Selenskyj will, muss an ihm vorbei.
Jermak verbringt die meisten Tage und sogar Nächte an Selenskyjs Seite. Er berät den Präsidenten, besetzt die wichtigsten Regierungsposten mit Gefolgsleuten, verhandelt im Namen der Ukraine auf der internationalen Bühne. „Jermak ist der Einzige, dem Selenskyj vertraut“, sagt Olena Prokopenko vom Thinktank German Marshall Fund. „Sie sind unzertrennlich.“