Essay: Nach euch die Sintflut – alle machen Politik gegen die Jugend

Es ist Anfang März 2025, als Friedrich Merz, Markus Söder, Lars Klingbeil und Saskia Esken im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus vor die Presse treten. Die Chefs von CDU, CSU und SPD stellen die Ergebnisse ihrer Sondierungsgespräche vor, die später im Koalitionsvertrag und in der Bildung der neuen schwarz-roten Bundesregierung münden werden.
Im Ergebnispapier ist von dem Ziel die Rede, Deutschland „für die Zukunft stark zu machen“. Als die vier Spitzenpolitiker die Details ihrer Einigung verkünden, so erinnert sich der Autor dieses Textes heute, rührt sich bei ihm kein Gedanke von einer starken Zukunft. Im Gegenteil: Die Folgen der geplanten Maßnahmen wird er wohl noch als mindestens 75-Jähriger ausbaden müssen – mit Vollzeitjob und ohne Aussicht auf eine verlässliche Rente. Währenddessen befindet sich das Land in einer wirtschaftlichen Schieflage und der Planet in einer ökologischen Krise.
Rentenreformen, die das System nur noch teurer anstatt tragbar machen; ein historisches Schuldenprogramm ohne Aussicht auf einen Plan, wie diese Schulden je zu tilgen sein werden; eine Ambitionslosigkeit beim Klimaschutz, die erschrecken lässt. Ist das die starke Zukunft, von der die Koalitionäre sprechen?