Interview: „BASF investiert nirgends so stark wie in Ludwigshafen“
Düsseldorf. BASF will das Stammwerk in Ludwigshafen ungeachtet der schwierigen Wirtschaftslage mit Milliardenbeträgen ausbauen. Für den Standort seien Investitionen über jährlich zwei Milliarden Euro eingeplant, sagte Vorstandschef Markus Kamieth im Handelsblatt-Interview. „BASF investiert weltweit nirgends so stark wie in Ludwigshafen – mehr auch als in China.“
Kamieth tritt damit Vorwürfen entgegen, der Chemiekonzern würde sich nur noch auf den Ausbau des Geschäfts in China fokussieren. Er weiß um die Bedeutung von Ludwigshafen, dem größten Chemiekomplex der Welt, für die heimische Industrie. „Wenn Ludwigshafen stillsteht, stehen große Teile der deutschen Industrie still“, sagt Kamieth.
Die aktuelle Lage bewertet der BASF-Chef weiterhin als sehr schwierig. „Wir gehen im Moment davon aus, dass es keine deutliche Belebung der Konjunktur für 2026 geben wird“, sagt er. Der einzige wachsende Chemiemarkt sei noch China, wo BASF gerade für 8,7 Milliarden Euro ein neues Mega-Werk gebaut hat.
Kamieth sieht China als zunehmend wichtigen Ort für Innovationen, etwa in der grünen Technologie, und plädiert deswegen für mehr Kooperation. „In einer vernünftigen Zusammenarbeit mit China liegt unheimlich viel Wert. Das gilt auch für politische Beziehungen.“ Mit Blick auf den Taiwankonflikt warnt Kamieth: „Alle sollten ein Interesse daran haben, dieses aktuelle Gleichgewicht zu bewahren.“