Ukraine: Der Ukraine-Showdown – droht ein Diktatfrieden?
Berlin, Washington. Frieden? Na klar, wenn's weiter nichts ist. Donald Trump gibt sich selbstbewusst: Ein Ende des Ukrainekriegs sei in greifbarer Nähe. „Es gibt nur noch wenige Punkte, in denen Uneinigkeit herrscht“, verkündet der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Er werde in der kommenden Woche seinen Sondergesandten Steve Witkoff nach Moskau schicken, um mit Russlands Präsident Wladimir Putin „letzte Unstimmigkeiten“ auszuräumen. Gleichzeitig werde Heeresminister Dan Driscoll mit dem ukrainischen Staatschef in Kiew verhandeln.
Am Ende dieser Gespräche soll ein Friedensschluss zwischen der Ukraine und Russland stehen. Klingt einfach. So einfach, dass sich der Präsident Richtung Florida aufmachte, um den in den USA wichtigen Feiertag Thanksgiving auf seinem Anwesen Mar-a-Lago zu verbringen. Steht ein Friedensschluss oder zumindest eine Waffenruhe also kurz bevor?
Sicher ist nichts. Aber das ebenso energische wie chaotische Agieren der US-Regierung hat eine neue diplomatische Dynamik in Gang gesetzt. Vier Szenarien sind denkbar.
Szenario 1: Es gibt einen Deal, mit dem alle leben können
Russland hat bisher keines seiner Kriegsziele erreicht. Statt die Ukraine zu unterwerfen, konnte es nur einige Gebiete im Osten des Landes erobern, eine Million russische Soldaten wurden dabei getötet oder verletzt. Sinkende Exporterlöse, vor allem aus dem Geschäft mit Öl und Gas, schränken den Spielraum des Kreml ein. Zudem gelingt es der Ukraine, mit Drohnen und Marschflugkörpern Raffinerien und andere Energieanlagen im russischen Hinterland zu treffen.