Australien: Social-Media-Verbot für Jugendliche startet – mit hohen Risiken
Bangkok. Australische Kinder werden bald wieder mehr im Freien spielen, neue Sportarten ausprobieren, Musikinstrumente lernen, sich künstlerisch betätigen oder einfach im Swimmingpool herumplanschen. Das jedenfalls verspricht sich Regierungschef Anthony Albanese von einem Gesetz, das am 10. Dezember in Kraft tritt: Es schreibt großen Social-Media-Unternehmen vor, die Konten aller Nutzer, die jünger als 16 Jahre sind, von ihren Plattformen zu löschen.
Eine so weitreichende Altersbeschränkung hat bisher kein Land umgesetzt. Mehrere Staaten denken aber darüber nach, dem Ansatz zu folgen: In Deutschland wird derzeit ein Mindestalter von ebenfalls 16 Jahren für soziale Netzwerke diskutiert. Das Europäische Parlament stimmte am Mittwoch für ein EU-weites Mindestalter. Malaysias Regierung kündigte an, die Beschränkung für unter 16-Jährige im kommenden Jahr einzuführen.
Entsprechend groß ist das globale Interesse an der Frage: Erreicht Australien mit seiner Maßnahme die gewünschten Ziele? Zweifel melden außer Fachleuten auch Jugendliche und betroffene Konzerne an – und warnen, dass die Pläne Teenagern am Ende sogar mehr schaden als nutzen könnten.