Restrukturierung: 40 Prozent Wachstum – Wie Berater und Sanierer die Krise nutzen
Düsseldorf. Das erste Jahr im Amt könnte für Veit Bütterlin-Goldberg fast nicht besser laufen. Der seit Februar amtierende neue Deutschlandchef der US-Beratung Alix Partners freut sich über „ein Plus von 40 Prozent“. Er erklärt: „Am stärksten wächst unser Restrukturierungsgeschäft. Wir sind so gefragt, weil viele Firmen dringend Hilfe benötigen und sich nicht selbst aus der Krise ziehen können.“
25 bis 30 Prozent Geschäftszuwachs melden zwei weitere auf Restrukturierung und Transformation sowie Risikomanagement und Forensik spezialisierte US-Managementberatungen: FTI-Andersch und Alvarez & Marsal. Und auch Marcus Berret, Vorstand beim deutschen Branchenprimus Roland Berger, nennt für das traditionell starke Krisengeschäft der Beratung ein zweistelliges Plus.
Das Geschäft mit der Krise boomt: Die Liste der Unternehmen, die die Hilfe der Krisenspezialisten in Anspruch nehmen, ist lang. Und sie wächst jeden Tag. Dazu gehören die Automobilzulieferer Bosch, ZF, Webasto und Benteler, der Agrarkonzern Baywa, die Meyer-Werft, die Deutsche Glasfaser und Thyssenkrupp. Auch Pro Sieben Sat 1 holt sich Hilfe, genauso die Lindner Hotels, der Chemiekonzern Bayer, der Flugzeugbauer Airbus, der Batteriespezialist Varta und viele mehr.
Das florierende Geschäft mit der Krise macht die Berater selbstbewusst und umtriebig. Sie dehnen ihre Geschäftstätigkeiten aus und rekrutieren inzwischen auch bei den zwei weltweit führenden Managementberatungen: McKinsey und Boston Consulting Group (BCG).