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Computer- und VideospieleDeutsche Gamesbranche wächst dank kleiner Studios

Das Geschäft mit Computerspielen ist in Deutschland zuletzt gewachsen, zeigt eine neue Studie. Im internationalen Vergleich spielt die Branche aber weiterhin nur eine Nebenrolle. 15.01.2026 - 12:21 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Abenteuerspiel „Portal Knights“: Deutschlands Gamesbranche kann zulegen. Foto: dpa

Berlin. Deutschlands Computerspiele-Branche wächst stark. Wie eine Studie des Branchenverbands Game ergibt, hat sich die Anzahl der hierzulande tätigen Gamesfirmen im Zeitraum von 2018 bis 2024 fast verdoppelt. Waren es vor acht Jahren noch 524 Unternehmen, so waren es 2024 schon 948 (plus 81 Prozent). Der Jahresumsatz hat den Angaben zufolge um 22 Prozent auf 3,73 Milliarden Euro zugenommen, die Mitarbeiterzahl stieg um 20 Prozent auf 14.800.

Wachstumstreiber sind vor allem kleine Firmen wie das Kölner Studio Neoludic, das 2021 gegründet wurde und mit seinen acht Mitarbeitern das mehrfach preisgekrönte Simulations- und Rollenspiel „Tiny Bookshop“ entwickelt hat. Zu den großen Gamesfirmen, die in Deutschland tätig sind, gehört Ubisoft mit seinem Strategiespiel-Kassenschlager „Anno 1800“ und dessen Römer-Version „Anno 117“. Das Frankfurter Studio Keen Games wiederum war mit dem Survival-Actionspiel „Enshrouded“ erfolgreich.

Laut der Studie des Beratungsunternehmens Goldmedia ist Deutschlands Gamesbranche zwar auf dem aufsteigenden Ast, im internationalen Vergleich spielt sie aber weiterhin nur eine Nebenrolle. Von 100 Euro, die in Deutschland für Computer- oder Videospiele ausgegeben werden, entfallen der Untersuchung zufolge nur 5,5 Prozent auf ein Spiel aus Deutschland. Das waren 1,3 Prozentpunkte mehr als in einer Branchenschätzung von 2020, damals allerdings mit einer anderen Methodik.

Blickt man auf andere Staaten, so ist der Anteil der dort verkauften deutschen Spiele noch geringer. In einer ganz anderen Liga spielen die USA, Kanada und Großbritannien, die regelmäßig Blockbuster-Games auf den globalen Markt bringen. Aufstrebende Produktionsstandorte sind zudem Staaten wie China und Südkorea.

„Unser Ziel ist, Deutschland zu einem führenden Standort für die Gamesbranche zu entwickeln“, sagte die für Games zuständige Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU). „Das bringt klare Mehrwerte, denn die aktuelle Branchenstudie belegt, dass die Games‑Branche auch ein zentraler Innovationstreiber und wichtiger Qualifizierungssektor ist. Jeder investierte Fördereuro erzeugt ein Vielfaches an Wertschöpfung.“ Bär untermauerte zudem das im Koalitionsvertrag verankerte Vorhaben von steuerlichen Erleichterungen für die Gamesfirmen.

dpa
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