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Europäische UnionHandelsabkommen der EU mit Indien steht kurz vor Abschluss

Die Verhandlungen könnten noch im Januar abgeschlossen werden. Die EU hofft, so die Abhängigkeiten von China und Russland zu verringern. Ein Streitpunkt ist nach wie vor nicht beigelegt. 15.01.2026 - 13:32 Uhr Artikel anhören
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Das Handelsabkommen stärkt die wirtschaftlichen Beziehungen zu dem asiatischen Partner weiter. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Neu-Delhi. Indien und die Europäische Union stehen kurz vor dem Abschluss eines seit Langem angestrebten Handelsabkommens. Die Verhandlungen sollen noch in diesem Monat abgeschlossen werden, sagte der indische Handelsstaatssekretär Rajesh Agrawal am Donnerstag in Neu-Delhi. Beide Seiten seien einer Einigung „sehr nahe“.

Es werde geprüft, ob das Abkommen noch vor einem für Ende Januar geplanten Gipfeltreffen unterzeichnet werden könne. Für Indien wäre es das größte Handelsabkommen seiner Geschichte. Die Regierung in Neu-Delhi sucht angesichts des Zolldrucks durch die USA nach neuen Märkten. Bundeskanzler Friedrich Merz wiederum bezeichnete das bevölkerungsreichste Land der Erde bei seinem Indien-Besuch in dieser Woche als Wunschpartner.

Das Abkommen soll die wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen und die Abhängigkeit von China und Russland verringern. Die Verhandlungen waren 2022 wieder aufgenommen worden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der indische Ministerpräsident Narendra Modi hatten sich darauf verständigt, die Gespräche zu beschleunigen, um 2025 zu einem Abschluss zu kommen. Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Indien und der EU belief sich 2024 auf 120 Milliarden Euro. Damit ist die EU der größte Handelspartner Indiens.

Die EU drängt auf eine Senkung der Zölle für Autos, Wein und Spirituosen. Indien fordert im Gegenzug einen zollfreien Zugang für arbeitsintensive Güter. Der Agrar- und Milchsektor ist nach Angaben aus Verhandlungskreisen jedoch von den Gesprächen ausgenommen. Indien will damit Millionen von Kleinbauern schützen. Von der Leyen und der Präsident des Europäischen Rates, Antonio Costa, werden vom 25. bis 27. Januar zu einem Indien-EU-Gipfel in Neu-Delhi erwartet.

Über den Warenaustausch hinaus soll das Abkommen den Handel mit Dienstleistungen, Investitionen und die Zusammenarbeit im digitalen Bereich, bei geistigem Eigentum und grünen Technologien ausweiten. Zudem soll es europäische Investitionen in die indische Produktion, erneuerbare Energien und die Infrastruktur fördern.

Allerdings gibt es noch Hürden. So gilt der CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU als ein zentraler Streitpunkt für die Regierung in Neu-Delhi. Die Abgabe auf Emissionen bei der Herstellung von Stahl, Zement und anderen CO2-intensiven Produkten hat bereits begonnen, einige indische Exporte zu belasten.

rtr
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