Staatscoup: Südkoreas Ex-Präsident Yoon zu fünf Jahren Haft verurteilt
Seoul. Ein südkoreanisches Gericht hat den ehemaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Das Bezirksgericht in Seoul sprach Yoon am Freitag schuldig, die Behörden bei der Vollstreckung eines Haftbefehls behindert zu haben.
Dies ging aus einer Live-Übertragung der Urteilsverkündung hervor. Hintergrund ist der gescheiterte Versuch Yoons, im Dezember 2024 das Kriegsrecht in Südkorea zu verhängen.
Das Gericht sah es zudem als erwiesen an, dass der Ex-Präsident offizielle Dokumente gefälscht und gesetzliche Vorschriften für die Ausrufung des Kriegsrechts missachtet hat. Es ist das erste Urteil in den Strafverfahren, denen sich Yoon wegen der Ereignisse im Dezember 2024 stellen muss. Gegen die Entscheidung kann Berufung eingelegt werden.
Im Streit mit der Opposition hatte Yoon am 3. Dezember 2024 überraschend das Kriegsrecht verhängt und dadurch eine Staatskrise ausgelöst. Dieses wurde nach großen Protesten wenige Stunden später wieder aufgehoben, Yoon kurze Zeit darauf seines Amtes enthoben. Seit Anfang Juni 2025 hat Südkorea mit Lee Jae Myung einen neugewählten Präsidenten.