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  5. Aldi Süd: Bargeld abheben an der Kasse

Aldi SüdNehmt unser Bargeld!

Aldi-Süd-Kunden können sich künftig den Gang zum Geldautomaten sparen: Beim Discounter kann man jetzt Bargeld abheben. Damit ist Kette zwar nicht Vorreiter, aber für Banken könnte das Angebot Nebenwirkungen haben.Anne Wiktorin 15.12.2016 - 10:26 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Ab sofort bekommt man nicht bloß Lebensmittel beim Discounter.

Foto: dpa

Düsseldorf. Wer in einer der gut 1.860 Aldi-Süd-Filialen einkauft, kann dort ab sofort auch seinen Bargeldbestand auffüllen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, können sich Kunden mit ihrer Girokarte an der Kasse Bargeld auszahlen lassen. Dabei werden ihnen keine Gebühren berechnet – überdies akzeptiert der Discounter die Bankkarten aller Banken.

Einzige Voraussetzung: Der Einkauf muss mindestens 20 Euro betragen, und pro Einkauf können maximal 200 Euro zusätzlich zum Einkaufsbetrag ausgezahlt werden. Wie bei einem Geldautomaten müssen Kunden die Auszahlung durch die Eingabe ihrer persönlichen Geheimzahl (PIN) autorisieren. Kreditkarten bleiben von der Bargeldauszahlung ausgenommen.

Der Lebensmittelmarkt in Zahlen
Die Kette ist Marktführer in Deutschland. 2015 erzielte Edeka mit rund 11.500 Märkten und 346.800 Mitarbeitern einen Umsatz von insgesamt 48,4 Milliarden Euro. Zum Edeka-Reich gehört unter anderem auch der Discounter Netto, der rund 12,4 Milliarden Euro zum Umsatz beisteuerte. Quelle: dpa
Die Kette ist vor allem in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin vertreten. Noch rund 430 Filialen und etwa 16.000 Beschäftigte gibt es. In der Vergangenheit erwirtschaftete Kaiser's Tengelmann Umsätze von rund 1,8 Milliarden Euro. Dies ist dem Eigner der Kette, Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub zufolge, viel zu wenig, um erfolgreich zu sein.
Das Reich der Kölner ist weit verzweigt – es umfasst neben Supermärkten Baumärkte, Discounter und Touristikunternehmen wie DER und ITS. In Deutschland betreibt die Gruppe tausende Super- und Verbrauchermärkte unter den Marken Rewe und Temma, der Umsatz lag im klassischen Lebensmittelhandel in der Vergangenheit bei rund 20 Milliarden Euro.
Die Metro-Tochter erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 7,7 Milliarden Euro. 36.000 Mitarbeiter betreiben in Deutschland knapp 300 Märkte.
Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit den Lidl-Märkten und Kaufland stehen laut Kartellamtschef Andreas Mundt für rund 85 Prozent des gesamten Lebensmittel-Einzelhandels. Die Konzerne hätten gegenüber den kleineren Konkurrenten deutliche Vorteile beim Einkauf - große Verbünde können die Preise stärker drücken.

Das Unternehmen sieht den Schritt offenbar als Instrument der Kundenbindung: Wer bei Aldi einkaufe, solle durch den neuen Service vor allem Zeit sparen können. „Vor diesem Hintergrund ist bei uns die Entscheidung gefallen, die Bargeldauszahlung einzuführen. Das Angebot passt zu unserem Einfach-Prinzip“, erklärt Martin Lange, Leiter der Nationalen IT bei Aldi Süd.

Der Handelskonzern ist zwar nicht der erste, der seinen Kunden diesen Service bietet. Doch mit seinem riesigen Filialnetz könnte der Discounter zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz zu so mancher Bank werden. Denn gerade Sparkassen und Volksbanken werben mit ihrem dichten Geldautomatennetz. Wenn Bargeld an mehr Stellen verfügbar wird, könnte Kunden dazu bringen, andere Banken ohne oder mit kleinerem Geldautomaten-Netz attraktiver zu finden.

Kunden mit Konto bei einer Bank der Cash Group (u.a. Deutsche Bank, Commerzbank) etwa können bundesweit an 9.000 Automaten gebührenfrei Geld abheben. Und wer sich als Kunde der Sparda-Bank oder der Santander Bank kostenfrei mit Bargeld versorgen will, kann in ganz Deutschland gerade einmal 2.900 Cash-Group-Automaten nutzen. Die Sparkassen bieten mit 24.000 Auszahlungsmaschinen ein deutlich dichteres Netz.

Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Foto: Imago

Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Foto: dapd

Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Foto: dpa

2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Foto: ap

Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Foto: Handelsblatt

Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Foto: dpa

Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Foto: dpa

Bei Lebensmitteln hat Lidl dem Konkurrenten Aldi mittlerweile den Rang abgelaufen. Neben Lidl gehören auch die Kaufland-Märkte zur Schwarz-Gruppe, die sich über Bronze freuen darf. Umsatz im Jahr 2015: 34,54 Milliarden Euro.

Foto: ap

Auf Rang zwei des Rankings behauptete sich der Kölner Supermarktbetreiber Rewe samt Discounttochter Penny. 39,61 Milliarden Euro Umsatz bedeuten ein Plus von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Foto: dapd

Spitzenreiter im Ranking ist und bleibt Edeka. Laut der Studie zum Lebensmittelhandel bediente Edeka im vergangenen Jahr gemeinsam mit der konzerneigenen Discountkette Netto mehr als ein Fünftel aller Ausgaben – 53,28 Milliarden Euro.

Foto: dpa

Neben Aldi Süd bietet seit Längerem die Rewe-Gruppe Kunden den gebührenfreien Bargeldservice. In Rewe- und Penny-Märkten, aber auch beim Edeka-Discounter Netto und der kleineren Supermarktkette Famila bekommen Kunden gebührenfrei Bargeld ausgezahlt.

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