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Radeberger verkauft Bio-Limo an HassiaRosbacher-Mutter schnappt sich Bionade

Radeberger verliert die Hoffnung für Bionade und gibt die Marke an den Rosbacher-Produzenten Hassia. Der will dem einstigen Star am Getränkehimmel neue Aufmerksamkeit schenken – und ihn wiederbeleben wie einst Vita-Cola.Christoph Kapalschinski 10.10.2017 - 16:11 Uhr Artikel anhören

„Wir haben uns aktiv um Bionade und Ti bemüht, weil es hochattraktive Marken sind“, sagt das Unternehmen Hassia.

Foto: dpa

Hamburg. Es war ein Kauf mit großen Ambitionen: 2009 stieg Oetkers Brauereigruppe Radeberger bei der Bio-Limo Bionade ein, übernahm das Unternehmen drei Jahre später sogar komplett von der fränkischen Brauer-Familie Kowalsky. Die hatte das fermentierte Getränk in jahrelanger Kleinarbeit über die Szene-Gastronomie zu einem Kultgetränk gemacht.

Die Kowalskys waren die bewunderten Selfmade-Bio-Unternehmer der Nullerjahre. Doch der Einstieg von Oetker änderte vieles: Bionade, sowieso schon durch eine überzogene Preiserhöhung, eine gescheiterte US-Expansion und erste Nachahmer in der Defensive, verlor sein Underdog-Image durch die Übernahme. Zwar spendierte Radeberger dem Neuzugang erst eine große Werbekampagne und dann einige neue Sorten bis hin zu Cola, doch die großen – und entsprechend wohl mit einer hohen zweistelligen Millionensumme bezahlten – Erwartungen erfüllten sich nicht.

Bionade-Gründer Peter Kowalsky

Positive Energie aus der Flasche

Bionade ist heute eine bundesweit vertriebene Limo unter vielen. Längst machen Konkurrenten wie Coca-Cola mit Bio Vio und Fritz-Kola mit Anjola erfolgreich Konkurrenz. Gegen solche Anbieter, die Gastronomie und Handel die gesamte Softdrink-Palette mit Diät-Cola und Orangenlimo bieten können, hat es Bionade schwer.

Nun also folgt der Rückzug: Radeberger gibt seine einstige Renommiermarke an die Hassia-Gruppe ab – ein Familienunternehmen in fünfter Generation mit Mineralwassermarken wie Rosbacher. In Ostdeutschland hat Hassia mit Vita-Cola immerhin bewiesen, dass das Unternehmen alte Marken neu beleben kann. Es bekommt nun von Radeberger außerdem die Marke Ti, die die Deutschen von wenig gesüßtem Eistee überzeugen will.

Infografik zum Getränkemarkt

Deutschlands Durststiller

„Wir haben uns aktiv um Bionade und Ti bemüht, weil es hochattraktive Marken sind, die unserer nachhaltigen Unternehmensphilosophie hervorragend entsprechen“, erklärte Stefan Müller, Geschäftsführer fürs Marketing bei Hassia. Offenbar soll Bionade die zuckrigen Limonaden von Hassia ergänzen: „Hundert Prozent Bio und weniger Zucker stehen für zeitgemäßen Genuss.“ 2016 verzeichnete Hassia einen leichten Umsatzrückgang auf 243 Millionen Euro.

Für Radeberger bedeutet der Verkauf zu einem ungenannten Preis zwar nur den Ausstieg aus  15 Prozent seines Geschäfts mit alkoholfreien Getränke – nach Arbeitsaufwand dürfte Bionade aber einen deutlich größeren Anteil bei Radeberger gehabt haben. Folglich konzentriert sich die Oetker-Tochter auf Marken wie Selters und seine Partnerschaft mit Pepsico.

Radeberger-Chef Niels Lorenz sagte, die Braugruppe wolle sich auf die Weiterentwicklung ihres Kerngeschäfts konzentrieren. Bionade und Ti bräuchten viel Aufmerksamkeit – und seinen daher bei Hassia besser aufgehoben.

Zumindest eins bleibt jedoch beim Alten: Bionade soll weiterhin von knapp 80 Mitarbeitern im fränkischen Ostheim hergestellt werden, dem Stammsitz der Kowalskys.

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