Zwangsversteigerungen: Zocken um das Traumhaus – auf dem Markt für Immobilienschnäppchen wird es eng
Vermögende Bieter tummeln sich in den Amtsgerichten. Wirkliche Schnäppchen sind inzwischen selten.
Foto: IMAGODüsseldorf. Im Saal 101.2 des Düsseldorfer Amtsgerichts drängen sich an einem Montagmorgen über 40 Menschen. Sie tragen Sandalen, Sommerkleider, Rucksäcke. Die Wartenden fächern sich Luft zu. Es ist heiß. In der ersten Reihe sitzt Frau W. Mit ihrem Sohn ist die blonde Wolfsburgerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, nach Düsseldorf gereist. Ihr Ziel: „Eine Wohnung muss her, egal wie.“
Im Oktober startet das Wintersemester, ihr Sohn hat sich hier zum Studieren eingeschrieben. Bei den Castings der Wohngemeinschaften hatten die beiden keinen Erfolg. Stattdessen setzen sie auf die Zwangsversteigerung. Genauer: auf eine Wohnung im Uni-nahen Stadtteil Bilk – 43 Quadratmeter groß, Souterrain, Altbau. Auf 74.500 Euro taxiert der Gutachter ihren Preis, den Verkehrswert. Die geforderte Sicherheit von zehn Prozent des Verkehrswertes hat Frau W. hinterlegt.
Mit 1.730 Euro pro Quadratmeter ist die Wohnung für Düsseldorfer Verhältnisse billig, denn der Immobilienmarkt der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zählt zu den heißesten bundesweit. Hohe Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot.