Virtueller Börsengang: Skandalfirma Envion soll liquidiert werden
Den Anlegern versprach das Start-up 161 Prozent Rendite.
Foto: Envion
Düsseldorf. Neues vom abenteuerlichsten Anlegerskandal der jüngeren Zeit: Das Kantonsgericht Zug in der Schweiz hat entschieden, die Envion AG aufzulösen. Es ist das Ende für Deutschlands einst größten virtuellen Börsengang.
Erst vor elf Monaten hatten die Berliner Geschäftspartner Michael Luckow und Matthias Woestmann eines der hoffnungsvollsten Start-ups der deutschen Kryptoszene gestartet. Für ihre Geschäftsidee, Kryptowährungen per Ökostrom in mobilen Containern zu produzieren, sammelten sie durch die Ausgabe virtueller Münzen (Coins) in kürzester Zeit rund 100 Millionen Dollar ein. Den Anlegern versprachen sie 161 Prozent Rendite.
Doch kaum war das Geld eingestrichen, mündete der Streit der Beteiligten in ein heilloses Chaos. Nach dem ICO warf Woestmann dann Luckow vor, mehr Coins als verabredet hergestellt zu haben. Luckow bestritt.
In einer Art Palastrevolution führte Woestmann dann eine Kapitalerhöhung durch und verwässerte die Anteile, die Luckow und seine Partner an Envion besaßen. Gearbeitet wurde bald gar nicht mehr, nach Angaben von Woestmann liegt der Umsatz des Unternehmens seit dessen Gründung bei null. Stattdessen überzogen sich beide Seiten mit mehreren Klagen.