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Jens BegemannWooga-Chef verkauft Spielefirma für über 200 Millionen Dollar nach Israel

Die Spielefirma Wooga wird an den israelischen Hersteller Playtika verkauft. Das Beispiel zeigt: Aus Krisen kann man lernen.Christof Kerkmann und Miriam Schröder 03.12.2018 - 17:58 Uhr Artikel anhören

Der Gründer bleibt Geschäftsführer.

Foto: dpa

Düsseldorf. Es gab Tage, und zwar wohl nicht nur einen, da hat Jens Begemann ans Aufgeben gedacht. Seine Spielefirma Wooga, gegründet 2009, hat eine typische Start-up-Geschichte hinter sich: mit allen Höhen, aber eben auch Tiefen.

Da gab es Momente wie im Jahr 2013, als sich die Bundeskanzlerin mit Begemann fotografieren ließ, weil er es geschafft hatte, 50 Millionen Nutzer mit Spielen wie „Diamond Dash“ zu begeistern und schon 280 Leute beschäftigte. Und dann solche wie 2016, als Begemann 40 Mitarbeiter entlassen musste, um die Verluste einzudämmen, die angefallen waren, weil sich der Gründer zu wenig fokussiert hatte.

Das vorläufige Ende der Geschichte ist ein glückliches: Jens Begemann verkauft Wooga an den israelischen Spielehersteller Playtika, der einem chinesischen Konsortium gehört. „Wir hatten in der Vergangenheit schwierige Zeiten, die Transaktion ist die Bestätigung, dass wir die überwunden haben – das stimmt mich erleichtert“, sagt Begemann im Gespräch mit dieser Zeitung. Wie das Handelsblatt aus Marktkreisen erfuhr, sollen über 200 Millionen Dollar fließen.

Der neue Eigentümer Playtika habe ein großes Know-how, wie man Spiele über einen langen Zeitraum weiterentwickeln könne, sagte Begemann. Wenn es Studios wie Wooga gelinge, die Spieler mit ihren Marken zu binden, sei das Geschäft weniger von einzelnen Hits abhängig und damit besser kalkulierbar. „Wir werden in einem umkämpfen Umfeld wettbewerbsfähiger“, so der Gründer.

Begemann selbst bleibt Geschäftsführer, alle 190 Angestellten bleiben dabei. Viele von ihnen dürften bei dem Verkauf von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen profitieren. „Das war ein super Deal“, kommentiert auch Jan Miczaika von Wagniskapitalgeber Holtzbrinck Ventures, der sich früh an Wooga beteiligt hat, und er fügt hinzu: „Für Jens, der zehn Jahre lang für den Erfolg gekämpft hat, die Investoren und nicht zuletzt für die Berliner Start-up-Szene.“

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