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KommentarFacebook ist Saboteuren auf der Spur

Im Kampf gegen Deepfakes geht es für Facebook um die Freiheit der demokratischen Wahlen. Doch auch die Zukunft des Netzwerks steht auf dem Spiel.Larissa Holzki 07.01.2020 - 15:56 Uhr

Der Konzern muss seinen Kritikern beweisen, dass er der Demokratie mehr nützt als schadet.

Foto: Reuters

Facebook reagiert auf den Druck von Politikern und will irreführende Videos künftig löschen. Das ist im anlaufenden US-Wahlkampf wichtig, und man muss dem Konzern dabei die Daumen drücken: Der Kampf gegen Deepfakes – also Inhalte, die mit Künstlicher Intelligenz täuschend echt gefälscht werden – ist auch ein Ringen um freie Wahlen.

Ob man es wahrhaben will oder nicht: Die Demokratie ist Facebook ausgeliefert. Der Zuckerberg-Konzern hat ermöglicht, dass prinzipiell jeder Millionen Menschen erreichen und gezielt beeinflussen kann. Aber auch für den Konzern selbst ist die Lage ernst geworden.

Er muss seinen Kritikern beweisen, dass er der Demokratie mehr nützt als schadet. Sonst werden die Rufe nach Regulierung noch lauter. Mit Deepfakes lassen sich politische Gegner ausschalten. Etwa indem man ihnen Aussagen in den Mund legt, die die Wähler gegen sie aufbringen. Mit dem bloßen Auge sind die Manipulationen oft nicht zu erkennen. Mit den technischen Mitteln eines Riesenkonzerns schon eher.

Deshalb ist die Selbstverpflichtung so wichtig. Aber ein Selbstläufer wird das nicht. Manche Bearbeitungen dienen schließlich nur der Bild- und Tonqualität. Noch heikler ist aber die inhaltliche Bewertung. Facebook will Satire weiter zulassen.

Dafür muss es die Grenzen der Meinungs- und Kunstfreiheit setzen und Menschen einbeziehen. Das ist schon bei anderen Inhalten so strittig, dass sich der Konzern nun ein unabhängiges Gremium aufbaut, das über Beschwerden beraten soll.

Um Zensurvorwürfe zu vermeiden, wird Facebook im Zweifel lieber zu wenig löschen als zu viel. Zumal es von Inhalten lebt, über die gestritten werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass der Konzern unter Druck zwar so viel macht wie nötig, aber auch so wenig wie möglich.

Statt stiller Löscharbeiten wäre nämlich auch ein transparenter Prozess denkbar, der den Bürgern leicht nachvollziehbar aufzeigt, wer wen mit welchen Mitteln zu betrügen versucht hat.

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