Umfrage: Vertrauen der Deutschen in die Altersvorsorge sinkt weiter
Knapp zwei Drittel der Bundesbürger gehen davon aus, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten werden können.
Foto: dpaFrankfurt. Das Vertrauen der Bundesbürger in die Altersvorsorge hat im abgelaufenen Jahr weiter abgenommen. Zum zweiten Mal in Folge fielen die Einschätzungen der deutschen Verbraucher zur Sicherheit der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge niedriger aus. Das ist das Ergebnis einer jährlich durchgeführten Umfrage von INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) unter mehr als 1000 Erwachsenen in Deutschland.
Dabei sollten die Befragten die Sicherheit und Verlässlichkeit der verschiedenen Altersvorsorgesäulen auf einer Skala von null als schlechtestem Wert bis zehn als bestem Wert einschätzen. Die gesetzliche Rente kam 2019 im Schnitt auf einen relativ schwachen Wert von 3,9. In den Vorjahren war sie noch auf Werte von 4,2 und 5,7 gekommen.
Die langen und konträren Diskussionen über die Grundrente hätten offenkundig das Vertrauen in die gesetzliche Rente nicht gerade gestützt, kommentieren die Studienautoren das Resultat. So hat sich die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD zwar nach langem Ringen auf eine Grundrente für Geringverdiener geeinigt, die ab Januar 2021 kommen soll. Doch noch gibt es dazu viele offene Fragen.
Die betriebliche Altersversorgung und die private Altersvorsorge schneiden in der DIA-Umfrage mit Werten von 4,8 beziehungsweise 4,7 etwas besser ab. Der Vertrauensverlust in die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge fiel in den vergangenen Jahren auch nicht so hoch aus wie bei der gesetzlichen Rente.
Knapp zwei Drittel der Bundesbürger gehen allerdings davon aus, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten werden können. Zudem schätzen 70 Prozent der Befragten ihre Vorsorge als unzureichend ein. Aber nur knapp die Hälfte davon plant, in den kommenden zwölf Monaten mehr fürs Alter zu sparen.
Ein Grund hierfür dürfte weiterhin das Niedrigzinsniveau sein. Wie auch die DZ Bank in einer Studie zum Jahreswechsel anmerkte, gibt es bei deutschen Privatanlegern seit einigen Jahren einen Geldanlagestau auf Girokonten zu beobachten. Aufgrund der sehr niedrigen Zinsen seien die privaten Haushalte kaum bereit, sich mit festverzinslichen Anlageformen langfristig zu binden. Zugleich sind viele Deutsche noch immer zu risikoscheu, um ein Aktieninvestment für die Altersvorsorge in Betracht zu ziehen.