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Dax AktuellDax schließt 50 Punkte unter einem neuen Rekordhoch

In den USA stehen die Indizes vor einer Korrektur, die Lage am deutschen Markt aber spricht weiter für steigende Kurse. Zu Wochenbeginn profitierte auch Wirecard.Jürgen Röder, Tom Körkemeier 20.01.2020 - 18:07 Uhr aktualisiert

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

Foto: dpa

Düsseldorf. Nach dem neuen Jahreshoch am Freitag haben Anleger im Dax zu Wochenbeginn die Bestmarke des deutschen Leitindexes ins Visier genommen. Angesichts der feiertagebedingten Pause an den US-Börsen fehlte es aber letztlich an Impulsen, sodass der Dax in einem dünnen Handel 0,2 Prozent fester bei 13.548 Zählern schloss.

Das waren 49 Punkte unter seinem Allzeithoch von 13.597 Stellen, das er im Januar 2018 erreicht hatte. Der MDax markierte eine neue Bestmarke von 28.853 Punkten und beendete den Handel 0,5 Prozent im Plus bei 28.809 Zählern. 

In New York hatte es am Freitag wieder neue Rekorde am Aktienmarkt gegeben. Sowohl der Leitindex Dow Jones Industrial als auch der marktbreite S&P 500 und die wichtigsten Technologiebarometer erreichten neue Höchststände. Am heutigen Montag blieben in den USA wegen des Feiertags Martin Luther King Day Behörden und Märkte geschlossen.

In den USA mehren sich die Anzeichen, dass der Markt vor einer Korrektur steht. „Konsolidierung ante portas“ titeln die Experten der Investmentberatungsgesellschaft Sentix. Ihrer Ansicht nach ist der Markt so schnell zu hoch gestiegen und hat einen historisch hohen Wert erreicht, der nur Anfang 2018 noch überboten wurde. Vor rund zwei Jahren gab der US-Auswahlindex anschließend bis zu zehn Prozent nach.

Für Sentix ist auch die zweite Januarhälfte für eine Schwächephase prädestiniert. Die hohen Werte deuten auf eine maximal dreiwöchige Schwächephase hin.

Auch die Fundamentalwerte sprechen für eine Korrektur am US-Aktienmarkt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei S&P 500 liegt nach Berechnungen der DZ Bank rund 22 Prozent über dem historischen Mittelwert. „Nur während der Dotcom-Blase war der amerikanische Aktienmarkt teurer als heute“, schreiben die Analysten. Es mache keinen Sinn, alles in den Aktienmarkt zu investieren, nur um der anhaltenden Zinsdepression bei Anleihen zu entgehen.

Am deutschen Aktienmarkt sieht die Lage etwas anders aus. Während die US-Indizes seit mehreren Wochen von Rekordhoch zu Rekordhoch eilen, ist der Dax bisher knapp gescheitert. „Die Kurse können durchaus noch weiter ansteigen, bevor eine Überhitzung zur Vorsicht mahnt“, sagt beispielsweise Stephan Heibel nach Auswertung der aktuellen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern.

Auch Verhaltensökonom Joachim Goldberg sieht den Dax in einer konstruktiven Lage, weil viele Investoren noch auf Einstiegskurse warten und bei neuen Rekordhochs möglicherweise gezwungen wären, bei höheren Kursen neu einzusteigen.

Angesichts drohender Lieferengpässe decken sich Anleger mit Rohöl ein. Die Sorte Brent verteuert sich am Montag um bis zu 1,8 Prozent auf 66 Dollar je Barrel. Wegen der Kämpfe in Libyen wird dem dortigen staatlichen Ölkonzern zufolge die Arbeit auf zwei Ölfeldern eingestellt. 

Zwar herrsche weiterhin ein Überangebot und die Tanklager seien voll, sagte Lachlan Shaw, Chef-Rohstoffanalyst der National Australia Bank. Die Ankündigung des staatlichen libyschen Ölkonzerns werfe aber ein Schlaglicht auf die aktuellen Krisen in den für die Weltenergieversorgung wichtigen Regionen.

In der Euro-Zone fehlt es im Vorfeld der EZB-Ratssitzung am Donnerstag heute an Neuigkeiten. Lediglich der Internationale Währungsfonds stellt seine Prognose zum Wachstum der Weltwirtschaft vor. Angesichts von konjunkturellen Unsicherheiten wie dem Handelsstreit und dem Brexit war die Wachstumsprognose aus dem vergangenen Jahr für 2020 eher gering ausgefallen.

Blick auf die Einzelwerte

Wirecard: Die Rally bei der Aktie des Online-Zahlungsdienstleisters geht weiter. Das Papier schloss 1,6 Prozent höher und war damit größter Dax-Gewinner. Allein in der vergangenen Handelswoche stiegen die Papiere um gut 13 Prozent. Anleger setzten weiter auf mehr Transparenz und eine verbesserte Kommunikation, sagten Händler. Was aber auch bedeutet: Die Aktie steigt selbst ohne wichtige Nachrichten.

Volkswagen: Die Aussicht auf einen Einstieg von Volkswagen bei Guoxuan freute Anleger. Die Aktien des chinesischen Herstellers von Elektroauto-Batterien stiegen an der dortigen Börsen um die maximal möglichen zehn Prozent. Die VW-Aktie legte 0,4 Prozent zu.

Qiagen: Die Aktie des Laborausrüsters profitierte von anhaltenden Übernahmespekulationen und stieg um 4,9 Prozent. Am Freitag hatte die Internetseite CTFN gemeldet, Qiagen verhandele mit einem Interessenten. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

DIC Asset: Die Papiere legten 5,2 Prozent zu. Die Immobilienfirma steigerte den Gewinn aus dem Kerngeschäft (FFO) den Angaben zufolge im vergangenen Jahr auf 95 Millionen Euro und peilt für 2020 104 bis 106 Millionen Euro an.

Die angekündigte Dividende von 0,66 Euro je Aktie liege einen Cent höher als erwartet, schrieb Analyst Georg Kanders vom Bankhaus Lampe. 

Pro Sieben Sat 1: Ein positiver Analystenkommentar schiebt die Aktie des Medienkonzerns an. Die Anteilsscheine steigen um 2,6 Prozent auf 13,45 Euro. Die Experten der Citigroup stuften die Titel auf „Buy“ von „Neutral“ hoch und hoben das Kursziel auf 15,50 von 14 Euro an.

Rheinmetall: Ein positiver Analystenkommentar hievt die Papiere an die Spitze des MDax. Die Aktien des Rüstungskonzerns und Autozulieferers steigen um 3,1 Prozent auf 107,95 Euro. Die Experten der Commerzbank stuften die Titel auf „Buy“ von „Hold“ hoch und hoben das Kursziel auf 130 von 120 Euro an. 

Was die Charttechnik sagt

Anleger sollten in den kommenden Handelstagen auf die Kurslücken achten. Am Freitag entstand eine neue, die nur vier Punkte umfasst. Die wurde allerdings bereits im heutigen Vormittagshandel geschlossen.

Solche Kurslücken (Fachjargon: Gap) entstehen, wenn der höchste Kurs eines Tages unter dem des Folgetages bleibt. So stieg der Dax am vergangenen Donnerstag auf 13.493 Punkte, am Tag danach lag der niedrigste Kurs bei 13.497 Zählern. Doch heute rutschte die Frankfurter Benchmark auf 13.487 Zähler ab und schloss damit dieses Gap.

Allerdings ist noch eine weitere Kurslücke offen. So stieg der Dax am 8. Januar bis auf 13.334 Zähler, am Tag danach lag der niedrigste Kurs bei 13.469 Punkten. Im weiteren Verlauf gab es zwar tiefere Dax-Kurse, aber geschlossen wurde die Lücke nicht ganz.

Solche Kurslücken dienen anschließend als wichtige Unterstützung. Kurzfristig handelnde Investoren können diesen Bereich als Absicherung nehmen oder, je nach Situation, auch als mögliche Wiedereinstiegsmarke, wenn die Lücke geschlossen wird.

Handelsblatt-Analystencheck: NordLB erhöht Kursziel für die RWE-Aktie

Die NordLB hat das Kursziel für RWE nach der Bund-Länder-Einigung zum Kohleausstieg von 31,50 auf 35,00 Euro angehoben und die Einstufung auf „Kaufen“ belassen. Mit der Beseitigung dieses Hauptunsicherheitsfaktors entstehe eine nicht zu verachtende Planungssicherheit für die nächsten Jahre, schrieb Analyst Holger Fechner. Neben den sich abzeichnenden höheren Marktpreisen sollten abgesicherte Strompreise sowie die Vermeidung von Versorgungsengpässen im Zuge der Energiewende zu weiter steigenden Gewinnen des Versorgers in den nächsten Jahren führen

Insgesamt 47 Studien im Handelsblatt-Analystencheck beschäftigen sich mit der RWE-Aktie. Den 33 Kaufempfehlungen steht ebenfalls achtmal der Rat „Halten“ gegenüber. Sechs Analysen empfehlen, das Papier zu verkaufen. Das gewichtete Kursziel sämtlicher Analysen liegt bei 28,70 Euro und damit unter dem aktuellen Kurs von rund 31 Euro. Bei einem gewichteten Kursziel haben jüngere Studien einen höheren Einfluss.  

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

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