1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Märkte
  4. Marktberichte
  5. Börsen-News: Dow Jones schließt 2999 Punkte tiefer

Dow Jones, Nasdaq, S&P 500US-Börsen stürzen ab – Dow Jones schließt 2.999 Punkte tiefer

An den US-Börsen greift die Angst vor einer weltweiten Rezession um sich. Der Dow Jones schloss knapp 13 Prozent im Minus.Astrid Dörner, Frank Wiebe, Catiana Krapp 16.03.2020 - 21:20 Uhr aktualisiert

Die erneute Leitzinssenkung durch die Fed ist verpufft.

Foto: AFP

New York. Die US-Börsen sind zum Wochenstart so stark abgestürzt, dass der Handel gleich zu Beginn automatisch ausgesetzt wurde. Investoren befürchten, dass die Coronavirus-Pandemie eine weltweite Rezession auslöst. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 2.999 Punkte und schloss 12,9 Prozent tiefer bei 20.186 Zählern. Beim breiter gefassten S&P 500 belief sich das Minus auf zwölf Prozent, der Index sank auf 2.386 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging ebenfalls um zwölf Prozent auf 6.904 Zähler zurück.

Infolge der wiederholten Kursstürze in den vergangenen Tagen wurden Spekulationen laut, die US-Regierung könnte die Börsen schließen. Jay Clayton, Chef der US-Börsenaufsicht SEC, sagte jedoch dem Fernsehsender CNBC: „Die Märkte sollten auch in Zeiten wie diesen weiter funktionieren.“

Durch den erneuten Kurssturz an der New Yorker Börse sind die Gewinne von vergangenem Freitag, an dem es zur größten Ein-Tages-Rally seit der Finanzkrise 2008 kam, wieder weitgehend verpufft. Der Dow hat nun insgesamt die Gewinne von fast drei Jahren wieder abgegeben.

Vergleicht man die Tiefststände der großen US-Indizes am Montag mit ihren Ständen zu Beginn von Donald Trumps Amtszeit im Januar 2017, bleiben nur noch geringe Kursgewinne übrig: Der Dow Jones stand damals bei etwa 19.960 Punkten und hat somit bezogen auf den aktuellen Stand nur noch 2,4 Prozent zugelegt. Der S&P 500 notierte seinerzeit bei 2.270 Zählern. Aktuell liegt er noch rund sieben Prozent darüber.

Immer neue Hilfsmaßnahmen

Auslöser der erneuten Verluste dürfte die jüngste Ankündigung der Fed sein: Am Sonntag hatte die US-Notenbank ihre Zinsen um einen ganzen Prozentpunkt auf eine Spanne von null bis 0,25 Prozent gesenkt. Außerdem will sie mit günstigen Dollar-Kreditgeschäften die Versorgung mit der Weltleitwährung sicherstellen. Zahlreiche andere Zentralbanken hatten daraufhin an diesem Montag Zinssenkungen und milliardenschwere Geldspritzen angekündigt.

Experten haben eine Erklärung für die dennoch erfolgten Kursstürze: „Die Anlegerstimmung hat einen Punkt erreicht, an dem positive Maßnahmen Ängste verschlimmern und als Katastrophe angesehen werden“, sagte Ayush Ansal, Chefanleger des Vermögensverwalters Crimson Black. In der aktuellen Gesundheitskrise sei Geldpolitik allein nicht ausreichend. „Sie muss mit radikalen fiskalpolitischen Maßnahmen Hand in Hand gehen, um die wirtschaftlichen Folgen zu minimieren.“

Mohamed El-Erian, ökonomischer Chefberater der Allianz, geht davon aus, dass die Abverkäufe noch eine Weile anhalten werden, wie er am Montag im US-Börsensender CNBC sagte. Zunächst rechnete er damit, dass sich die Märkte bei einem Minus von 20 bis 30 Prozent vom letzten Allzeithoch im Februar einpendeln würden, nun jedoch geht er von einem Minus von 35 Prozent aus und damit von einem Zählerstand von 2.200 beim S&P.

Auch JP-Morgan-Chefökonom Bruce Kasman sagte in einem Call in Bezug auf die aktuelle Krise: „Wir dachten, das könnte im April beendet sein. Aber jetzt haben wir Sorgen, dass es sehr viel länger dauern kann.“ Er geht davon aus, dass die Weltwirtschaft im ersten Quartal so stark schrumpft, dass der Rückgang aufs Jahr gerechnet acht Prozent betragen würde.

Jay Barry, Anleiheexperte von JP Morgan sagt: „Wir sehen eine starke Beeinträchtigung des Marktes für US-Staatsanleihen, also des liquidesten Marktes weltweit. Der Umsatz dort ist um rund 90 Prozent eingebrochen, so niedrig war er zuletzt 2008.“

Die Fed hat indes weitere Hilfsmaßnahmen angekündigt: Sie will ihr Engagement im Repo-Markt noch weiter ausbauen und am Montagnachmittag amerikanischer Zeit zusätzliche Kredite im Wert von 500 Milliarden Dollar anbieten.

Indes sprach Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow gegenüber dem Fernsehsender Fox von mehr als 800 Milliarden Dollar, die die USA zur Unterstützung der Wirtschaft bereits eingesetzt hätten oder noch einsetzen würden. Haushaltsmaßnahmen im Volumen von rund 400 Milliarden Dollar würden derzeit im Senat diskutiert.

Bankaktien stark betroffen

Die Kurse der amerikanischen Bankaktien standen am Montag besonders stark unter Druck. Das Papier von Goldman Sachs verlor zuletzt acht Prozent, das von JP Morgan Chase gar 13 Prozent.

Experten des Vermögensberaters Raymond James prognostizierten, die Absenkung des Schlüsselsatzes werde die Gewinne der Institute schmälern. Der KBW-Bankenindex hat in diesem Jahr bereits 47 Prozent verloren.

Die acht größten Banken des Landes, darunter Branchenprimus JP Morgan Chase, Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs und Wells Fargo, kündigten am Sonntag zudem an, ihre Aktienrückkaufprogramme für den Rest des ersten und für das gesamte zweite Quartal auszusetzen. Stattdessen wollen die Banken sich noch stärker darauf konzentrieren, Kredite an Verbraucher und Mittelständler zu vergeben.

Die ausbleibenden Aktienrückkäufe werden auch auf den Gewinn pro Aktie durchschlagen. Die Fed hatte die Banken am Sonntag ebenfalls dazu ermutigt, ihre Kapital- und Liquiditätsreserven zu nutzen, um verstärkt Kredite zu vergeben.

Allein der Weg zur Arbeit machte die Coronakrise am Montag für die Händler allgegenwärtig. Am Eingang der New York Stock Exchange wimmelte es von medizinischem Personal in weißen Kitteln und Mundschutz, das bei der Sicherheitskontrolle auch gleich mit Fieberpistolen die Temperatur der Händler maß.

Mit Agenturmaterial.

Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt