Interview: Douglas-Chefin Tina Müller: „Wir können eine ganze Weile aus eigener Kraft überleben“
Die Douglas-Chefin wies bei der einst darbenden Parfümeriekette zuletzt stets steigende Umsätze vor.
Foto: imago/Future ImageDüsseldorf. Der Parfümerie-Konzern Douglas der wegen der Corona-Pandemie nahezu alle europaweit 2400 Filialen geschlossen hat, will sich von seinen Immobilien-Partnern in der aktuellen Krise zwar Mieten stunden lassen. Aber eines sei „ganz klar“, sagte Douglas-Chefin Tina Müller im Handelsblatt-Interview: „Wir werden so einen Aufschub nicht auf dem Rücken der kleinen Privatvermieter austragen. In unserem Fall sprechen wir über etliche institutionelle Anbieter.“ Müller fordert: „Jetzt ist Solidarität gefragt.“
Viele Douglas-Partner seien „schon bereit, Zahlungen zu stunden.“ Es gehe jetzt um „Kooperationswillen. Immerhin machen wir zur Zeit null Umsatz in den Filialen, während die Kosten weiterlaufen. Das können wir nur gemeinsam stemmen“ – Belegschaft, Management, Vermieter und Lieferanten, mit denen sie im Gespräch sei.
Auch sie und ihr Top-Management wolle einen Beitrag leisten: Man habe „sich zu einem teilweisen Gehaltsverzicht bereiterklärt. Es geht um einen Verzicht im deutlich zweistelligen Prozentbereich, den rund zwei Dutzend Top-Führungskräfte leisten.“
Trotzdem setzt Müller auch auf den Staat: „Neben dem Kurzarbeitergeld handelt es sich dabei konkret um von der KfW abgesicherte Kredite, die wir gemeinsam mit unseren Hausbanken eventuell nutzen wollen.“ Diese „eher standardisierten Kreditprogramme“ seien „aber nicht zu verwechseln mit Staatshilfe im Sinne einer Staatsbeteiligung, wie man es aus der Finanzkrise kennt“.